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Antifaschistische Pädagogik

Der Sammelband „Antifaschistische Pädagogik“ versammelt einige Referent_innen einer Tagung im Frühjahr 2017 an der Hochschule für Jüdische Studien in Heidelberg und einige weitere Autor_innen.

In Abgrenzung zur „Rechtsextremismusprävention“, die sich auf „die höchst problematische Extremismustheorie“ bezieht, und zur „Präventionsarbeit gegen Ideologien der Ungleichwertigkeit“, die auf Diskriminierung abzielt, aber weitere Aspekte des Autoritarismus nur selten berücksichtigt, bezieht antifaschistische Pädagogik die Auseinandersetzung mit verschiedensten Bereichen rechter und autoritärer Ideologien ein.

Als theoretische Grundlage werden in einzelnen Kapiteln des Buches die Autoritarismusstudien der „Frankfurter Schule“, kritische Bildungstheorien, materialistische Pädagogik sowie Ungleichwertigkeitsideologien in der Migrationsgesellschaft thematisiert. Weitere Texte widmen sich der NS-Pädagogik, der Entwicklung und Rolle politischer Bildung im Umgang mit der NS-Zeit sowie der gewerkschaftlichen Bildungsarbeit. Auch mit der Praxis politischer Bildungsarbeit, unter anderem in Schulen, an historischen Orten, bei der Fanarbeit oder der antipatriarchalen Arbeit mit (post)migrantischen Jugendlichen, wird sich in einzelnen Beiträgen auseinandergesetzt.

Der Band greift also unterschiedlichste Themen und Fragestellungen auf, die im Zusammenhang mit einer antifaschistischen Pädagogik stehen. Dabei fehlt leider manchmal der rote Faden. Doch die Artikel bieten wichtige Ansatzpunkte für eine dringend benötigte kritische Auseinandersetzung um Möglichkeiten und Grenzen pädagogischer Arbeit aus antifaschistischer Perspektive.

Merlin Wolf (Hrsg.):
Antifaschistische Pädagogik
Alibri Verlag, Aschaffenburg 2018
298 Seiten, 18,00 Euro

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