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Kämpfe um Meinungsfreiheit und Medien

Um die Frage, was von der Meinungsfreiheit gedeckt ist, was „politische Korrektheit“ bedeutet und wie und von wem das letztendlich entschieden werden soll, wurde schon weit vor dem Aufkommen digitaler Medien erbittert gestritten.

Doch mit der fortschreitenden Digitalisierung unserer globalisierten Gesellschaft hat sich die Definition von Wahrheit, Lügen und Sagbarem zu einem der wichtigsten Aktions- und Agitationsfelder der extremen Rechten entwickelt. In diesem Sammelband, der aus dem jährlichen Kolloquium des Duisburger Instituts für Sprach- und Sozialforschung (DISS) 2018 entstand, erklären die insgesamt sieben Autor*innen grundlegende Mechanismen (sozialer) Medien, die derzeitige Form der „Aufmerksamkeitsökonomie“ (siehe hierzu LOTTA #73, Seite 11 ff.) sowie die von der extremen Rechten in den letzten Jahren genutzten Diskursstrategien. Auf diesem sich ebenso stetig wie schnell ändernden Feld im Format eines Buches aktuell zu bleiben, ist eine Herausforderung. Die Autor*innen meistern diese, indem sie sich auf grundlegende Muster konzentrieren, daraus resultierende Effekte analysieren, die dahinter liegenden Mechanismen erläutern und Strategien offen legen. So bleiben die Analysen auch bei tagesaktuellen Themen wie der Medienmanipulation mit Hilfe von Algorithmen, den von Trump und seinen Berater*innen angewandten Desinformationsstrategien und der Digitalisierung des Gesundheitswesens durch private Firmen auch nach über einem Jahr noch zutreffend. In der Tradition des DISS immer sehr präzise und akademisch genau belegt, in der Konsequenz nicht immer gerade einfach zugänglich, aber unbedingt lesenswert.

Paul Bey, Benno Nothardt (Hg.)
Kämpfe um Meinungsfreiheit und Medien
Unrast Verlag, Münster 2019
158 Seiten, 16 Euro

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