Artikel von Jan Raabe

Onlineausgabe |
Hannes Ostendorf sing für die "Hooligans gegen Salafisten" am 26. Oktober 2014 in Köln.
Die rechte Band „Kategorie C“

„Kategorie C“ ist 1997 aus einem Projekt mehrerer RechtsRock-Musiker entstanden und zählt heute zu den aktivsten Bands der extremen Rechten. Die Musiker um den Sänger Hannes Ostendorf haben vergeblich versucht, im Mainstream Fuß zu fassen. Es gelang ihnen zwar, eine Fanbasis aufzubauen, die über die klassische RechtsRock-Szene hinausreicht, den Makel, als Band der extremen Rechten wahrgenommen zu werden, konnte „Kategorie C“  jedoch nie abschütteln. Das Projekt Mainstream scheint mittlerweile abgeschrieben.

RechtsRock im Jahr 2013 – eine Bestandsaufnahme

RechtsRock und die ihn umgebende extrem rechte Jugendkultur haben seit zirka 25 Jahren eine große Bedeutung für die Entwicklung der extremen Rechten. Botschaften erreichen in Form rassistischer, antisemitischer und den Nationalsozialismus verherrlichender Textzeilen die Köpfe von tausenden von Jugendlichen und jungen Erwachsenen, RechtsRock-Konzerte sind zentrale Erlebnisräume der Vergemeinschaftung. Das gemeinsame Recken des Arms zum Hitlergruß, das gemeinsame Singen des Refrains, das Zusammentreffen mit „Kameradinnen und Kameraden“: All das gibt ein Gefühl der Stärke und der Gemeinschaft, zudem werden Kontakte aufgebaut, die zu einer effektiven Vernetzung der Szene führen. Mit dem vorliegenden Beitrag soll der Versuch eines Updates dieser Szene mit Fokus auf NRW, Rheinland-Pfalz und Hessen unternommen werden.

Bedeutung, Strategie und Praxis extrem rechter Raumaneignung

Von jeher war die Existenz gesellschaftlicher Freiräume für die Entwicklung politischer Bewegungen entscheidend. Unter Freiräumen versteht die Bewegungsforschung soziale Orte wie Jugendzentren, Wohngemeinschaften oder Treffpunkte, in denen die Utopien politischer Bewegungen als zeitlich oder territorial begrenzte neue Ordnung ohne staatliche Eingriffe ausprobiert und vorweggenommen werden können.

Wohnungslose als Feindbild und Propagandaobjekt der extremen Rechten

Obwohl sich neonazistische Gewalt im erheblichen Maße gegen Wohnungslose richtet, ist wenig darüber bekannt, wie sich die extreme Rechte zu Obdachlosigkeit und den davon Betroffenen artikuliert. Wie positionieren sich NPD und „Freie Kameradschaften“ zur Obdachlosigkeit? Was singen RechtsRock-Bands zu diesem Thema?