DO/AC: DVU unter Druck

Dortmund/Stolberg – Die DVU tritt bei der NRW-Kommunalwahl Ende August nur noch in Dortmund mit einer eigenen Liste an.

- In Stolberg, wo die „Deutsche Volksunion“ seit zehn Jahren im Stadtrat vertreten war, reichte es nicht mehr für eine Kandidatur. Die Aachener Zeitung berichtete gestern, die DVU habe diesmal keine Unterlagen eingereicht.

Die Pleite der extrem rechten Partei ganz im Westen Nordrhein-Westfalens zeichnete sich seit Wochen ab. Händeringend hatte die DVU in der 60.000-Einwohner-Stadt Kandidaten gesucht. Auf der Homepage des DVU-Kreisverbands Aachen-Heinsberg erschien gar ein „Dringender Aufruf!!!“, um Freiwillige zu finden, die in einem der 22 Wahlbezirke im Stadtgebiet für die DVU antreten sollten. Doch selbst der Hinweis, man benötige dafür „keine Vorkenntnisse oder besondere Qualifikationen“, half am Ende nicht.

Auf ihren Stimmzetteln werden die Stolberger Wähler voraussichtlich dennoch gleich zwei Rechtsaußen-Parteien finden: Sowohl die NPD als auch die „Republikaner“ haben Kandidatenlisten für die Stadtratswahl eingereicht.

- In Dortmund muss sich die DVU am 30. August der Konkurrenz der NPD stellen (/nrwrex/2009/07/do-dvu-verliert-fraktionsstatus). Erneut hat sie dort aber nicht nur eine Liste für die Ratswahl, sondern auch einen Oberbürgermeisterkandidaten benannt: Waldemar Stanko, einst Ratsmitglied der „Volksunion“ in der Ruhrgebietsstadt und zwischenzeitlich als – wenig erfolgreicher -„Aufbauhelfer“ der DVU in Sachsen-Anhalt aktiv.

- Die Erwartung einiger DVUler, dass sie im Zuge des Anfang 2005 zwischen beiden Parteien abgeschlossenen „Deutschlandpakts“ zumindest in einigen Regionen auf dem Ticket der NPD Aussicht auf einen Einzug in Stadträte oder Kreistage haben würden, erwies sich am Ende als trügerisch (http://www.bnr.de/content/gestoerte-kooperation). Der stellvertretende DVU-Landesvorsitzende Andreas Höveler beispielsweise, der im Rhein-Erft-Kreis auf den zweiten Platz der NPD-Liste für die Kreistagswahl gesetzt worden war, musste offenbar auf Druck seiner Parteioberen seine Kandidatur wieder zurückziehen. (ts)

Ein aktueller Hintergrundbericht zum gestörten Verhältnis zwischen NPD und DVU findet sich hier: http://www.bnr.de/content/dvu-macht-npd-konkurrenz