MK: Unerwartetes REP-Comeback

Lüdenscheid – Im Märkischen Kreis kandidieren bei der Kommunalwahl am 30. August sowohl die NPD als auch die „Republikaner“.

Bei der NPD tritt erwartungsgemäß deren Kreisvorsitzender Timo Pradel als Spitzenkandidat zur Kreistagswahl an. Auf Listenplatz 2 folgt der Ex-Landesvorsitzende Stephan Haase.

Bei den Republikanern kommt es zu einem unerwarteten Comeback. Auf Listenplatz 1 stellt sich Egbert Geiecke zur Wahl. Er war schon 2004 auf dem REP-Ticket ins Kreisparlament gewählt worden. Anfang 2008 hatte er sich aber mit Pradel zu einer „NPD-Gruppe im Kreistag des Märkischen Kreises“ zusammengetan. Pradel hatte seinerzeit erklärt, „die beiden nationalen Parteien“ sprächen künftig im Kreistag mit einer Stimme, und Geiecke ließ im Gegenzug verlauten, als „national-konservativer Mensch“ sehe er „kein Hindernis, mit der NPD zusammenzuarbeiten“.

Bei der „Republikaner“-Landesvorsitzenden Ursula Winkelsett war der heute 53-Jährige damit in tiefe Ungnade gefallen: „Ich bin enttäuscht von Geiecke“, ließ sie seinerzeit per Pressemitteilung ihrer Partei wissen. Geiecke habe sich „gegenüber uns Republikanern als unzuverlässig und treulos erwiesen. Ich weiß heute, daß der Verrat republikanischer Überzeugungen zu diesem Menschen passt. Wir werden Geiecke aus unserer Partei ausschließen“. Und weiter klagten die Republikaner 2008 über den Abtrünnigen, das „letzte Lebenszeichen“ von ihm habe das Parteibüro am Wahlabend im September 2004 erreicht: „Danach war Geiecke von der Bildfläche verschwunden. Alle Anstrengungen Kontakt mit ihm aufzunehmen endeten im Nichts. Auch Nachfragen beim Kreistag führten nicht weiter, denn er soll, wie gesagt wurde, dort selten bei Sitzungen gesehen worden sein.“

Spekuliert wurde bei der Bildung der „NPD-Gruppe im Kreistag des Märkischen Kreises“, dass es dabei vor allem um Pekuniäres ging. Die Pradel/Geiecke-Formation hatte z.B. im vorigen Jahr neben den üblichen Aufwandsentschädigungen einen Anspruch auf einen städtischen Zuschuss von 24.500 Euro, davon etwas mehr als 21.000 für Personal. Als Fraktionsgeschäftsführer fungierte Haase. (ts)