KR: V-Mann-Gerücht – Lars Spönlein abgesetzt?

Krefeld – Ist Lars Spönlein, Beisitzer im Landesvorstand der NPD und Kreisvorsitzender in Krefeld, von seinen Parteiämtern abgesetzt worden, und hat er daraufhin seinen Austritt aus der NPD erklärt? Dies jedenfalls behauptet das gleichfalls extrem rechte „Krefelder Forum Freies Deutschland“ und setzt noch eins drauf: Spönlein habe für den Verfassungsschutz gearbeitet.

Die Landes-NPD führt Spönlein noch in der Liste ihrer Vorstandsmitglieder, und auch auf der Homepage des Krefelder Kreisverbandes wird er noch als dessen Vorsitzender genannt. Das „Krefelder Forum“ freilich behauptet, der Landesvorstand der NPD habe „unerwartet schnell die Konsequenzen aus Spönleins Aktionen passiver und aktiver Art gezogen“ und ihn mit einem einstimmigen Beschluss „aller Ämter enthoben“.

Vordergründig sind mit „Spönleins Aktionen“ dessen Fehler im Vorfeld der Kommunalwahl gemeint. Die NPD hatte bei der Wahl des neuen Stadtrats lediglich in drei von 29 Wahlbezirken antreten können. Auch ihre Reserveliste und ihr Oberbürgermeisterkandidat, Spönlein selbst, hatten das Quorum an erforderlichen Unterstützungsunterschriften nicht erreicht.

Spönlein habe, so das „Krefelder Forum“ in seiner am Montag veröffentlichten Erklärung, „nicht nur wenig erfolgreich Unterstützungsunterschriften“ gesammelt, sondern „vor allem die vorhandenen nicht bzw. nicht vollständig“ bei den Wahlämtern eingereicht. Im Nachhinein habe er dann sich „zusehends mehr in Widersprüche, Ausflüchte und Lügen“ verheddert.

Tatsächlich war auch Beobachtern einer Sitzung des Landeswahlausschusses am 30. Juli, bei der eine Beschwerde Spönleins gegen die Nichtzulassung der Reserveliste und einiger Direktkandidaten behandelt wurde, aufgefallen, dass er keinerlei Belege für eine behauptete Manipulation durch das Krefelder Wahlamt vorlegen konnte und nicht einmal auf Anhieb präzise angeben konnte, in wie vielen Wahlbezirken aus seiner Sicht angeblich ausreichend Unterschriften gesammelt worden waren (/nrwrex/2009/07/krsik-pleite-f-r-krefelder-npd ). Direkt nach der Sitzung war Spönlein bereits von Partei-„Kameraden“ aus anderen Landesteilen massiv gerüffelt worden.

Das „Krefelder Forum“ glaubt nun freilich nicht, dass es sich nur um „Fehler“ bei der Wahlvorbereitung gehandelt habe. Statt dessen wird Spönlein unterstellt, für den Verfassungsschutz gearbeitet zu haben: „Natürlich“ sei diese Schlussfolgerung derzeit „nicht durch Dokumente zu beweisen. Aber Spönleins Reihe an Taten und Un-Taten zur systematischen Schädigung der NPD lassen nur diesen einen logischen Schluß zu“. (ts)

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