NRW: Republikanische Sprachlosigkeit

Düsseldorf – Eine tiefe Sprachlosigkeit ist über die nordrhein-westfälischen „Republikaner“ gekommen. Das Ergebnis der Kommunalwahl vom vorigen Sonntag dürfte ihnen aufs Gemüt geschlagen sein.

Hernes „Republikaner“ konnten sich gerade noch zu einem knappen Dank an ihre Wähler und Helfer aufraffen. Ansonsten gab’s nur ein paar nackte Zahlen auf ihrer Homepage – keine Bewertung. Dass die Ratsfraktion „10 Prozent plus x“ als Wahlziel ausgegeben hatte und woran es gelegen haben könnte, dass bei einem Verlust von 1,3 Prozent am Ende mit 3,4 Prozent nur ein Drittel davon heraussprang? Stillschweigen in Herne.

Düsseldorfs „Republikaner“ räumen immerhin ein, nur ihr „Minimalziel“ erreicht zu haben. Sie büßten 0,5 Prozent ein und kamen noch auf 1,2 Prozent. Aus der Traum vom zweiten Mandat und der Bildung einer Ratsgruppe. Abgesehen von den dürren Worten aus Herne und Düsseldorf herrscht tiefes Schweigen auf den REP-Internetseiten.

Andere Kreisverbände traf es noch härter als die „Republikaner“ in der Landeshauptstadt: Wuppertal minus 1 Prozent (ein Mandat verloren), Essen minus 1,1 Prozent (ein Mandat verloren), Hagen minus 1,3 Prozent (ein Mandat verloren), Kreis Minden-Lübbecke minus 1,3 Prozent (ein Mandat verloren), Städteregion Aachen minus 2,1 Prozent (ein Mandat verloren), Märkischer Kreis minus 1,3 Prozent (nicht mehr im Kreistag vertreten), Siegen-Wittgenstein minus 2,0 Prozent (nicht mehr im Kreistag vertreten).

Bei der Kommunalwahl 2004 hatten die „Republikaner“ in den Kreisen und kreisfreien Städten 20 Sitze gewinnen können (im Lauf der Wahlperiode gingen ihnen aber bereits einige Mandatsträger von der Fahne). Diesmal waren es nur noch neun Mandate. Da dürfte es nur ein sehr schwacher Trost sein, dass die REPs wenigstens in drei kreisangehörigen Kommunen erstmals in den Rat rutschten. Unter anderem in Hemer: „Spitzenkandidat“ dort war im Übrigen Egbert Geiecke. Den hatte die REP-Landeschefin Ursula Winkelsett eigentlich einst aus der Partei ausschließen wollen, weil er sich in der zu Ende gehenden Wahlperiode mit Timo Pradel zu einer „NPD-Gruppe im Kreistag des Märkischen Kreises“ zusammengetan hatte. Pradel macht seinem Ex-Partner bereits neue Avancen: „Dem künftigen Hemeraner REP-Stadtrat hat die NPD angeboten, die bereits in der Vergangenheit erfolgte Zusammenarbeit auf kommunaler Ebene im Sinne unserer Heimat fortzusetzen.“ (rr)