D: "Geburtstags"-Konzert fällt aus

Düsseldorf – Bei einem Rechtsrockkonzert im niedersächsischen Lengede wollte die Düsseldorfer Band „Non Plus Ultra“ (NPU) am Samstagabend ihren fünften „Geburtstag“ feiern. Doch das Konzert fiel ins Wasser.

Seit Tagen hatte es Hinweise auf das geplante Konzert mit NPU („Wir sind Non Plus Ultra - härter noch als Solinger Stahl. Wir sind Non Plus Ultra - kurz und bündig, rechtsradikal“) rund um Frontmann Marcel Spieß gegeben. Hinweise, die auch die niedersächsische Polizei hatte. Doch sie wusste bis zum späten Samstagabend nicht, wo genau die Veranstaltung stattfinden sollte.

Dass der NPU-Auftritt dennoch nicht zustande kam, lag offenbar am technischen Versagen der Veranstalter. Die hätten es geschafft, so klagen „ein vom Abend enttäuschter Spieß & NPU“ in einem Neonazi-Forum, „ein relativ neues Mischpult zu schrotten“. Auch der Verstärker sei Schrott gewesen. Eilig aus dem Sauerland beschaffter Ersatz kam zu spät.

Zu diesem Zeitpunkt hatte die Polizei den Veranstaltungsort – ein stillgelegtes Industriegebäude, das nach Angaben des Polizeikommissariats Peine für „eine Geburtstagsfeier im engsten Familienkreis“ angemietet worden war – doch noch in Erfahrung gebracht. 125 Neonazis aus dem gesamten Bundesgebiet mit den Schwerpunkten aus Bayern, Hamburg, dem Ruhrgebiet und aus den östlichen Bundesländern hatten sich dort nach Angaben der Polizei versammelt. Der Vermieter, der ein Neonazi-Konzert in seinen Räumen nicht dulden wollte, sei vom Vertrag zurückgetreten. Die Neonazis hätten „zunächst äußert gereizt“ reagiert und angekündigt an, „die Räumlichkeiten nicht zu verlassen“, teilte die Polizei mit. Erst nachdem aus anderen Polizeidienststellen in Niedersachsen weitere Kräfte herbeigerufen worden waren, hätten die Teilnehmer den Ort verlassen.

NPU und Anhang, die nach eigenen Angaben per Reisebus sich auf den Weg nach Lengede gemacht hatten, erlebten einen frustrierenden „Geburtstags“-Abend: „Das Konzert, was man definitiv als solches nicht mehr bezeichnen sollte, war halt der letzte scheiß...“, resümieren sie. (ts)

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