K/BN: NPD droht „pro NRW“-Stadtrat mit Gerichtsvollzieher

Köln/Bonn – Dass NPD und „pro NRW“ einander nicht mögen, weil sie im gleichen Wählersegment fischen, ist bekannt. Gegenseitige Beschimpfungen sind an der Tagesordnung. Die Kölner NPD droht einem Bonner „pro“-Politiker jetzt gar mit dem Besuch des Gerichtsvollziehers.

Auf Nico Ernst (26), frisch gewählter Stadtrat von „pro NRW“ in Bonn, hat es der Kölner NPD-Kreisverband abgesehen. Ernst, der sich heute seriös bürgerlich gibt, war vor wenigen Jahren noch im Umfeld der Kameradschaft Rhein/Ahr und für die Kölner NPD aktiv. Glaubt man der NPD Köln, wurde er 2006 zu deren Kreisschatzmeister gewählt. Ernst habe aber schon bald das Interesse daran verloren, „auf Vorstandssitzungen zu erscheinen oder Belege für seine Ausgaben vorzulegen“. Schließlich habe er sich nur noch ein einziges Mal blicken lassen und dem Kreisverband „eine gelbe Postkiste mit ein wenig losem Geld und einen Haufen Rechnungen, welche kein Mensch mehr zuordnen konnte“, überreicht. Ernst sei in der Folge „sehr bald aus unserer Partei entfernt“ worden.

Die NPD besitze seit September letzten Jahres ein vollstreckbares Urteil des Amtsgerichts Bonn gegen Ernst, behauptet deren Kölner Kreisverband: „Der Gerichtsvollzieher wird jetzt erneut beauftragt die fällige Summe bei ihm einzutreiben.“ Wie hoch diese Summe ist, wird nicht verraten.

Statt dessen beschreibt die NPD ihren Ex-Schatzmeister als einen, der einst Nationalsozialismus und Revisionismus habe hochleben lassen; Ernst sei ein „Ausländerhasser bis ins Mark“ gewesen. (ts)

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