KR: NPD verordnet Ende der Diskussion über Spönlein (ergänzt)

Krefeld – Auch sechs Tage nach einer Versammlung der Krefelder NPD, bei der es unter anderem um die Verfehlungen ihres abgesetzten Vorsitzenden Lars Spönlein gehen sollte, hat der Kreisverband der Partei offiziell über die Ergebnisse des Treffens noch nichts verlautbart.

Nur der Landesvorsitzende Claus Cremer twitterte dürre Informationen. „Trotz Personalquerelen der Vergangenheit“ seien „die Aktivisten vor Ort heiß auf die weitere Arbeit“, tippte er schon vor Beginn der Sitzung, die am 2. Oktober stattfand, in sein Handy. Und nachher verriet er, die Versammlung sei „sehr effektiv“ gewesen: „Intensive und zielführende Aussprache mit den Aktivisten vor Ort geführt.“ Neuwahlen werde es noch in diesem Jahr geben. Was er nicht mitteilte: Spönlein selbst, der sich an diesem Abend erklären sollte, zog es offenbar vor, nicht zu erscheinen.

Unterdessen hat der Ex-Kreisvorsitzende, dem Schlampereien bei der Vorbereitung der Kommunalwahl, finanzielle Unregelmäßigkeiten und sogar eine Zuarbeit für den Verfassungsschutz vorgeworfen worden waren, einen weiteren Fürsprecher gefunden. Ende September hatte sich bereits der Dürener NPD-Kreisvorsitzende Ingo Haller hinter Spönlein gestellt. „Gravierende Fehler“ Spönleins räumte Haller zwar ein - der Vorwurf, Spönlein sei V-Mann gewesen, werde allerdings von „Unwissenden oder/und Provokateuren“ erhoben. Jetzt meldet sich im „Nationalen Forum Niederrhein“ ein Autor zu Wort, der mit „B. Hummel“ unterzeichnet. Dabei handelt es sich vermutlich um den früheren Vorsitzenden des NPD-Ortsverbands Kleve, Benedikt Hummel. „B. Hummel“, der angibt, in der Zwischenzeit aus der NPD ausgetreten zu sein, versichert Spönlein seiner „vollen Unterstützung“: Krefelds NPD-Ex-Vorsitzender habe „ständig zu 100% hinter seiner Sache“ gestanden. Er sei einer der drei aktivsten Kreisvorsitzenden in NRW gewesen.

Eine Diskussion über Hummels Stellungnahme soll es aber nicht geben: „In Absprache mit dem Landesvorstand hat der KV-Krefeld entschieden, daß es in diesem Forum keine weiteren öffentlichen Diskusionen über den Fall Spönlein gibt“, teilte der Moderator des Forums mit und schloss kurzerhand den Thread. (ts)

  • Nachtrag: Inzwischen ist der Thread, aus dem wir zitierten, komplett gelöscht worden.

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