UN: Träume vom richtigen Straßenkampf

Unna – Unnas Neonazi-Nachwuchs will am liebsten Straßenschlachten führen, wie die SA sie vor 80 Jahren führte.

Nachdem am Samstag eine Neonazi-Demo in Leipzig aufgelöst worden war, weil deren Teilnehmer mit Steinen, Flaschen, Feuerwerkskörpern und Fahnenstangen gegen die dort eingesetzten Polizeikräfte vorgegangen waren, empfehlen „mehrere Unnaer Nationalsozialisten“ auf der Homepage der regionalen Neonazis eine Abkehr vom legalen Kurs mit angemeldeten Demonstrationen:Schauen wir in die Geschichte zurück, wird sich auch kein Hinweis darauf finden, dass die SA sich bei der jeweilis zuständigen Behörde, sollte so etwas in der desaströsen Weimarer Republik überhaupt noch existiert haben, angemeldet hat, wann man auf die Straße ging.“

Im Rückblick auf den Samstag in Leipzig meinen die Neonazis aus Unna, der Tag habe erneut die Frage aufgeworfen, „in wie weit sich angemeldete Veranstaltungen überhaupt lohnen“. Die Veranstalter hätten die Leipziger Demonstration rascher für aufgelöst erklären sollen, um dem militanten Teil der Szene die Bühne frei zu machen, meinen sie: „Man würde sich auf eigene Faust, wohl auch im wörtlichen Sinne gemeint, den Weg durch Leipzig freikämpfen.“ Schließlich habe sich in Leipzig ein „entschlossener“ und „nationaler schwarzer Block“ gebildet, der „frontal auf die Polizei zustürmte“, freuen sich die „Unnaer Nationalsozialisten“. Es werde Zeit, „neue Weg zu gehen“. Opfer nehmen sie dabei „heldenhaft“ in Kauf. In ihrem Text heißt es vollmundig: „Na und? Wir stehen sowieso mit dem Rücken zur Wand…“  (ts)

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