LEV/K/GL: Beisicht will umworben werden

Leverkusen/Leichlingen/Köln – Einerseits kündigt „pro NRW“ an, in den Stadträten und Kreistagen, in die die „Bürgerbewegung“ nach der Kommunalwahl vom 30. August eingezogen ist, eine „konsequente Oppositionsarbeit“ betreiben zu wollen. Andererseits möchte die Rechtspopulistenriege rund um Markus Beisicht aber auch anerkannt werden als „seriöse“ Kraft. Umso glücklicher ist Beisicht, wenn sein Kalkül aufgeht und andere Parteien um die „pro“-Stimmen in den Räten werben oder sie zumindest dankbar akzeptieren, um Mehrheiten bilden zu können.

„In Leichlingen und Leverkusen hat es bereits jetzt in einzelnen Punkten eine vernünftige Kooperation mit der örtlichen CDU gegeben“, schreibt Beisicht in einem Resümee der konstituierenden Ratssitzungen. Tatsächlich war in Leichlingen (Rheinisch-Bergischer Kreis) der CDU-Kommunalpolitiker Rolf Ischerland mit 17 gegen 16 Stimmen und unterstützt von „pro NRW“-Ratsmitglied Ronald Micklich zum ersten stellvertretenden Bürgermeister gewählt worden. Ischerland habe seine Wahl „ausschließlich uns zu verdanken“, meint Beisicht in einem seiner wiederkehrenden „Interviews“ auf der „pro NRW“-Homepage. „Entsprechende Absprachen“ in Leichlingen hätten sich als „stabil“ erwiesen.

Als nicht ganz so erfolgreich erwies sich der Versuch der Union und der OWG-UWG, mit den Stimmen der „pro NRW“-Vertreterin Susanne Kutzner Herrmann-Josef Kentrup von der CDU zum Bezirksvorsteher des Leverkusener Bezirks I (Wiesdorf, Manfort, Rheindorf und Hitdorf) zu wählen. Am Ende reichte es nur zu einem 7:7-Patt gegen Rainer Gintrowski (Bürgerliste), der den folgenden Losentscheid gewann. Kentrup, so berichtete „pro NRW“, habe eine Woche zuvor das Gespräch mit Kutzner gesucht und „die demokratische Legitimität des Engagements von pro NRW“ bestätigt, woraufhin er in der Kampfabstimmung gegen Gintrowski von Kutzner unterstützt worden sei.

Auf der Haben-Seite verbucht Beisicht nach den ersten Ratssitzungen auch, dass die „pro“- Bürgermeisterkandidaten in Köln und Leverkusen Stimmen über die eigenen Reihen hinaus auf sich vereinen konnten. Jörg Uckermann kam in der Domstadt auf sechs Stimmen; „pro Köln“ verfügt im Stadtrat über fünf Mandate. Für Susanne Kutzner stimmten in Leverkusen vier Ratsmitglieder; „pro NRW“ verfügt dort über drei Mandate. (ts)