SI: 130 Neonazis demonstrieren am Rand der Innenstadt

Siegen – Knapp 130 Neonazis nahmen am Mittwochabend an einer Demonstration in Siegen teil.

Mit Fackeln, schwarz-weiß-roten Fahnen und Trageschildern zogen sie durch die Spandauer und die Frankfurter Straße am Rande der Innenstadt, die weitgehend menschenleer waren. Neben den Neonazis aus der Region nahmen „Kameraden“ aus den benachbarten Bundesländern Hessen und Rheinland-Pfalz, aus dem Ruhrgebiet, dem Aachen-Dürener und dem Kölner Raum teil.

Sascha Maurer, „Kopf“ der „Freien Nationalisten Siegerland“ (FNSI) und für die NPD Stadtratsmitglied in Siegen, hatte den Aufmarsch unter dem Motto „Freiheit und Demokratie in jedem Staat durch alliierte Bombensaat“ angemeldet. Sein Wunsch, auf einer drei Kilometer langen Strecke vom Bahnhof mitten durch die City zur Oberstadt und wieder zurück ziehen zu dürfen, ging nicht auf. Dort fanden Aktionen der demokratischen Parteien, von Gewerkschaften und Kirchen statt.

Unzufrieden mit der kurzen Aufmarschroute zeigten sich vor allem die von auswärts angereisten Neonazis. „Laut internen Aussagen hätte die Stadt eine Vergrößerung der Route nicht zugelassen, wogegen auch gerichtlich vorgegangen sei. Zu diesem Ablauf wird allerdings der Veranstalter hoffentlich einige klärende Worte verlieren“, heißt es in einem Bericht der Aktionsgruppe Ruhr-Mitte. Am Ausgangspunkt des Aufmarschs, vor dem Hallenbad Löhrtor, demonstrierten zwischen 150 und 200 Neonazigegner gegen das braune Spektakel.

Neben Maurer traten als Redner der NPD-Kreisvorsitzende Stephan Flug, zwei jüngere Neonazis aus dem Kreis Recklinghausen und aus Attendorn (Kreis Olpe) sowie zum Abschluss Axel Reitz aus Pulheim auf, der „Rache“ für das Bombardement Siegens vor 65 Jahren forderte. (ts)