NRW: Claus Cremer als „Stratege“

Bochum – Dass ihr nordrhein-westfälischer Landesverband der Bundes-NPD strategische Impulse vermittelt hätte, daran werden sich – wenn überhaupt – allenfalls ältere Beobachter der Szene erinnern. Gleichwohl: Wenn an diesem Wochenende rund 40 NPDler und parteilose NPD-Anhänger bei einer Strategiekonferenz beisammen sitzen, ist NRW-Landeschef Claus Cremer mit von der Partie.

Nachdenken soll die „Strategiekommission“ über Veränderungen an der „Verpackung“ der NPD-Politik. So jedenfalls hatte der Parteivorsitzende Udo Voigt ihren Arbeitsauftrag beschrieben. Unabhängig von der anstehenden Konferenz hat die Partei eine Änderung an ihrer „Verpackung“ bereits vorgenommen: In der vorigen Woche veröffentlichte sie unter der Überschrift „Niemals deutsches Land in Moslem-Hand“ einen Text, der sie deutlicher als zuvor auf einen antiislamischen Kurs orientiert.

Für Verstimmung in Teilen der Partei hat gesorgt, dass Voigt-Gegner Udo Pastörs, der Fraktionsvorsitzende im Schweriner Landtag, zu der Veranstaltung offenbar nicht eingeladen worden ist. Teilnehmen wird hingegen der Dresdner Fraktionschef Holger Apfel. Ihre beiden Fraktionen hatten sich am vorigen Wochenende darauf verständigt, „ihre Zusammenarbeit weiter auszubauen“. Ausdrücklich wurde dabei betont, damit solle „den gemeinsamen Positionen auch innerhalb der NPD eine gewichtige Stimme verliehen werden, um den Prozess der Professionalisierung und Modernisierung im Sinne einer zukunftsorientierten nationalen Politik weiter voranzutreiben“.

Pastörs muss draußen bleiben, Cremer als Vorsitzender des neben Hamburg erfolglosesten Landesverbandes darf teilnehmen – Christian Worch erklärt die Einladungspraxis mit etwas Ironie: „Nordrhein-Westfalen braucht dringendst eine neue Strategie, um das schlechte Ergebnis zu verbessern; Mecklenburg-Vorpommern braucht offenbar keine, da sie ein gutes Ergebnis hatten.“ (ts)