NRW: NPD-Pradel mag Axel Reitz nicht (mehr)

Iserlohn – Timo Pradel, Landesorganisationsleiter der NPD aus Iserlohn und Kreisvorsitzender im Märkischen Kreis, distanziert sich von Axel Reitz.

Nachdem in einem extrem rechten Internetforum die Kandidatur von Reitz bei der Landtagswahl im kommenden Mai – er tritt als Direktbewerber in einem Wahlkreis in Siegen-Wittgenstein an – immer wieder als Beispiel für die „Rückständigkeit“ und „Politikunfähigkeit“ des nordrhein-westfälischen NPD-Landesverbandes angeführt worden war, platzte Organisationsleiter Pradel offenbar die Hutschnur. Für die Nominierung von Direktkandidaten seien „ausschließlich die Kreisverbände verantwortlich, in diesem Fall der Kreisverband Siegen-Wittgenstein, und nicht der Landesverband“, schrieb er am 11. Januar unter seinem Pseudonym „tipra“. Es sei daher „unangebracht die NRW-NPD auf das Nichtmitglied A. Reitz zu reduzieren“.

Heute legte Pradel – ihn darf man jedenfalls hinter dem diesmal gewählten Autorennamen „NPD KV Märkischer Kreis“ vermuten – noch einmal nach: Die „A.-Reitz-Leier“ werde langsam langweilig und nerve. „Wie lange wollt Ihr noch den NPD-Landesverband NRW mit seinen gut 800 Mitgliedern auf ein Nichtmitglied Namens A. Reitz reduzieren? Mag sein, daß es in NRW einzelne Verbände gibt, welche mit A. Reitz sympathisieren. Dies trifft aber keineswegs auf den Landesverband in seiner Gesamtheit zu.“

Sein Stellvertreter im Amt des Landesorganisationsleiters, Ingo Haller, dürfte in dieser Angelegenheit möglicherweise ganz anderer Meinung als Pradel sein. Haller, zugleich Kreisvorsitzender in Düren, hatte im Sommer letzten Jahres die Kandidatur von Reitz bei der Bundestagswahl auf dem Ticket der NPD überschwänglich bejubelt. Reitz zählte er zu jenen, „die ohne wenn und aber deutsch denken und deutsch handeln“. Er symbolisiere „den klaren unveränderlichen Willen der NPD, das System der BRD nicht zu reformieren sondern zu überwinden, um einen wahrhaftigen Volksstaat zum Wohle von Heimat, Volk und Vaterland aufzubauen“. (ts)

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