DN: Ingo Hallers NPD hätte es gern militanter

Düren – Während NPD-Gliederungen im Zusammenhang mit Demonstrationen zumeist auf ein gesetzestreues Auftreten Wert legen, hätte es ihr Dürener Kreisverband gerne militanter.

In einem nur mit „NPD Düren“ unterzeichneten Text auf der Homepage des Kreisverbandes geht es um den am Samstag in Dresden gescheiterten Neonazi-Aufmarsch. Darin wird den Veranstaltern von der Jungen Landsmannschaft Ostdeutschland (JLO) vorgehalten, nicht entschlossen genug gehandelt zu haben, als klar wurde, dass es keinen Demonstrationszug durch die Stadt geben würde. „Statt dessen versuchten [der auf der Bühne stehende Neonazi-Barde, d. Red.] Frank Rennicke und Angehörige der JLO die im Aufkochen begriffene Stimmung unter den Teilnehmern zu besänftigen“, erregt sich der Autor: „Dabei wurden Aussagen und Parolen getätigt, die nur noch peinlich waren und höchstens auf eine Erinnerungsdemo an den Mauerfall vor 20 Jahren gehört hätten, aber bestimmt nicht in dieser Situation nach Dresden, wo unseres Erachrens nach ALLES hätte dafür getan werden müssen die Bereitschaft der Anwesenden anzuspornen, die Ketten der Polizei zu durchbrechen und unser Recht durchzusetzen.“

Der Versuch einiger „aufgebrachter Kameraden“, durch die Reihen der Polizei vorzustoßen, sei später „mangels ausreichender Unterstützung aus den eigenen Reihen“ abgewehrt worden, bedauert der Autor. „Die Veranstalter selbst beteiligten sich dabei auf Seiten der Staatsmacht daran den absolut legitimen Anflug von Protest niederzuhalten und zum Versiegen zu bringen.“ Außer „billigen Phrasen über ,demokratische Rechte’ und das Grundgesetz“ sei von ihnen „nichts, aber auch gar nichts zu vernehmen gewesen“.

Der Autor zeigt sich überzeugt, „daß man mit der Menge an Teilnehmern genügend Durchsetzungsvermögen hätte zeigen können, um zumindest ein Zeichen zu setzen und vielleicht letztlich doch noch zu marschieren. Dazu hätte es aber Veranstaltern bedurft, die nicht in bürgerlichen Eierschalen gefangen nur daran dachten sich selbst als ,wahre Demokraten’ und ,Verteidiger des Grundgesetzes’ in Szene zu setzen.“ Aber manche würden „wohl nie verstehen, daß es nicht genügt Recht zu haben, sondern dass man dieses Recht auch durchsetzen muß, komme was da wolle!“, lässt der Autor verbal die Muskeln spielen. (ts)