DN: „Nationales Zentrum“ nun auf Pachtbasis?

Düren – Das Hin und Her um den möglichen Kauf einer Kneipe im Dürener Stadtteil Merken durch die NPD und die Einrichtung eines „Nationalen Zentrums“ in dem Objekt geht weiter.

Nachdem die Stadt sich ein Vorkaufsrecht für das Gebäude gesichert hat, erklärte die NPD nun, dieses solle „durch einen von unseren Anwälten augenblicklich ausgearbeiteten Pachtvertrag umgangen werden“. Ein Kauf sei „für uns nicht zwingend notwendig, im Gegenteil, durch besagten Beschluß des Stadtrates wir jetzt noch eine weitere Option erhalten, die sich ,Pächter’ nennt“, wird der Kreisvorsitzende und Kreistagsabgeordnete Ingo Haller in einer Mitteilung der NPD zitiert.

In der vorigen Woche war Rolf Delhougne, der Kreisvorsitzende der CDU-Mittelstandsvereinigung (MIT), von der Aachener Zeitung mit den Worten zitiert worden, er habe nach vielen Gesprächen mit dem Gaststättenbesitzer den Eindruck, „dass er nicht an die NPD verkaufen möchte. Wenn es eine andere Möglichkeit gibt, würde er diese auf jeden Fall bevorzugen“. (http://www.az-web.de/lokales/dueren-detail-az/1198076?_link=&skip=30&_g=Delhougne-Verkauf-an-NPD-vom-Tisch.html)

Dem Besitzer sei schon etwas daran gelegen, in Merken nicht der Buhmann zu sein, der die Neonazis ins Dorf holt. Er sei aber aus persönlichen Gründen zum Verkauf seiner Gaststätte gezwungen. Es gebe inzwischen, so Delhougne, zwei ernsthafte Interessenten aus der Gastronomie, die die Gaststätte gerne erwerben und übernehmen würden. Der jetzige Besitzer sei durchaus gewillt, an einen der beiden Interessenten zu verkaufen.

Eine Woche später behauptet wiederum die NPD, alles sei ganz anders: Der Gaststättenbesitzer habe erklärt, „Meldungen, er würde nicht mehr an die NPD verkaufen wollen, sondern statt dessen lieber an einen ,normalen’ Käufer“, seien „ohne sein Zutun entstanden und etwaige Äußerungen in diese Richtung nie von ihm getätigt wurden“.

Erreichen möchte die NPD offenbar - unabhängig von der Frage, ob ihre behaupteten Kauf- oder Pachtabsichten einen handfesten Hintergrund haben -, dass das Thema und damit auch die Partei im Vorwahlkampf in den Schlagzeilen bleibt. Und dem Gaststättenbesitzer dürfte daran gelegen sein, den Preis in die Höhe zu treiben. (ts)

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