DO: REP-Schlierer hält Beisicht und Rouhs für Intriganten

Dortmund – Eine knappe Woche hat man offenbar bei den „Republikanern“ überlegt, ob man die per Kamera festgehaltenen Passagen einer Rede von Parteichef Rolf Schlierer, die sich dem Verhältnis zu „pro NRW“ widmeten, dem Publikum zumuten kann. Seit heute sind sie bei YouTube zu bestaunen.

Nicht wegen einer besonderen inhaltlichen Brisanz dürfte man bei den „Republikanern“ gezögert haben. Eher weil die Qualität der Bilder vermuten lassen könnte, die Aufnahmen seien bei Windstärke 10 auf einem kleinen Kutter und auf hoher See entstanden. Tatsächlich aber wurden sie beim Neujahrsempfang des REP-Landesverbandes NRW am vorigen Wochenende in Dortmund festgehalten.

Ihre Veröffentlichung lässt erkennen, warum unterschiedliche Parteien, Gruppen und Grüppchen der bundesdeutschen Rechten nicht auf einen gemeinsamen Nenner kommen können: zu groß sind Eitelkeiten und einander in Vergangenheit und Gegenwart zugefügte Beschädigungen.

Schlierer macht in seiner Rede deutlich, dass er – ohne direkt deren Namen zu nennen – die beiden „pro“-Spitzenfunktionäre Markus Beisicht und Manfred Rouhs für Intriganten hält, die schon vor eineinhalb Jahrzehnten mit Falschmeldungen gegen ihn bzw. die Parteispitze operiert hätten. Bei der Suche nach Verantwortlichen für solche Meldungen „sind wir immer wieder fast an dieselben Leute geraten“, sagte Schlierer. „Das sind diejenigen, die jetzt hier in NRW meinen, die große neue Entwicklung aufbauen zu können“. Er habe das damals nicht weiter verfolgt und sich „auch gesagt, es kotzt mich eigentlich an, mich mit solchen Leuten dauernd auseinandersetzen zu müssen“.

Auch die Urheber einer gefälschten Pressemitteilung, mit der im Januar sein angeblicher Rückzug vom Amt des REP-Vorsitzenden kundgetan wurde, vermutet der wegen chronischer Erfolglosigkeit der „Republikaner“ parteiintern umstrittene Schlierer in Köln. „Mit solchen Leuten, die mit solchen Methoden arbeiten, möchte ich nichts zu tun haben“, erteilte er allen Überlegungen, mit „pro NRW“ zu kooperieren, eine Absage.

Die Idee, „genau diesen Figuren jetzt eine Chance zu bieten“ und auf einen eigenen Wahlantritt der „Republikaner“ bei der Landtagswahl im Mai zu verzichten, komme nur „von einer – mehr oder minder – Einzelperson, vielleicht von zweien oder dreien“ im Landesverband. Schlierer: „Eine Partei, die nicht antritt, gibt sich auf. Wir treten an.“ Auf die Frage, wie viele, für die Partei nicht unwichtige „Einzelpersonen“ das schwankende Boot der „Republikaner“ zuletzt bereits verlassen haben, ging Schlierer im veröffentlichten Teil seiner Dortmunder Rede nicht ein. (ts)