NRW: Minarett muss bei der NPD fallen

Bochum – Nachdem in Neonazikreisen über die Gestaltung der in dieser Woche vorgestellten Plakatmotive der NPD zur Landtagswahl gemosert wurde, sind die Entwürfe überarbeitet worden.

[caption id="attachment_1176" align="alignleft" width="106" caption="Alt"][/caption]

Missverständlich sei vor allem die Abbildung eines umkippenden Minaretts, die auf fünf Plakaten zu sehen ist, so war bemängelt worden. „Bei näherer Betrachtung und ohne es zu wissen sieht es wirklich aus als ob die NPD Minarette bauen will“, wunderte sich ein Autor in den Diskussionsspalten einer extrem rechten Internetplattform. Und sogar Jörg Krebs, Vorsitzender der NPD in Hessen, die sich selbst in den letzten Jahren eher durch den Ideenklau bei der Gestaltung von Wahlplakaten und unfreiwillig komische Werbespots ausgezeichnet hatte, meinte: „Das Symbol sieht eher danach aus, als ob ein am Boden liegendes Minarett wieder aufgerichtet wird. Die graphische Darstellung des Minraretts müßte in umgekehrter Richtung erfolgen.“

[caption id="attachment_1177" align="alignright" width="106" caption="Neu"][/caption]

Dass sie für den Bau von Minaretten sein könnte, wollte sich die NRW-NPD nicht nachsagen lassen und änderte die Abbildung rasch, um alle Missverständnisse auszuschließen.

Überarbeitet wurde auch die ursprüngliche Version des Plakates mit dem Text „Zechen statt Ghettos“. Ob die Forderung nach Zechen im Jahre 2010 sinnvoll sein könne, war gefragt worden. Andere wollten wissen, ob „Zechen“ etwas mit der abendlichen Freizeitbeschäftigung von NPDlern zu tun haben könnte.

Auf das Plakat verzichten mag die NPD gleichwohl nicht. Statt dessen ist der Text nun in einer neuen Version des Plakats im Singular gehalten: „Zeche statt Ghetto“. Missverständnisse sind damit immer noch nicht ausgeschlossen. „Ich kenne nur ,Zeche prellen’. Hat das etwas damit zu tun?“, will einer der Neonazis wissen. (ts)

Meta