NRW: NPDler sollen einen auf nett machen

Bochum – Um „Medienklischees zu entkräften und niedrigschwellig für die eigene Sache zu werben“, sollen die NPD-Mitglieder auf nett machen und in den sozialen Netzwerken im Internet Wahlkampf machen, ohne gleich mit der Tür ins Haus zu fallen – also ohne offen das Label NPD vor sich her zu tragen.

Die Parteizeitung „Deutsche Stimme“ (DS) legt den NPD-Mitgliedern in ihrer aktuellen Ausgabe diese Strategie ans Herzen, und just jenen Bericht empfiehlt der NRW-Landesvorstand nun zur besonderen Lektüre.

Als „Privatpersonen“ sollten sich NPD-Funktionäre und -Kandidaten bei den „millionenfach frequentierten Kontaktportalen“ wie zum Beispiel MeinVZ, SchülerVZ und StudiVZ anmelden. „Natürlich darf auch hier der Name ‚NPD’ nicht unmittelbar im Profil auftauchen“, rät die DS. Erster Schritt sei das Anlegen eines „interessanten, detailreichen und sympathischen Profils“. Es solle „möglichst einen offenen Menschen beschreiben, einen Menschen mit Humor, Beruf, Hobbys, ernstzunehmenden Interessen, Literatur- und Musikgeschmack“. Nur das schaffe Sympathien und bringe einen ins Gespräch.

Bei der Beschreibung von Eigenschaften, Hobbys und Interessen solle „nicht bissig, klischeehaft oder wortkarg vorgegangen werden“, weiß die „Deutsche Stimme“ um die Schwächen mancher Parteimitglieder. Sogar „Fotoalben von Feiern, Freizeitaktivitäten, Haustieren und Familie sollten hochgeladen werden“ – wobei es bei einigen Kandidaten ratsam erscheinen könnte, nicht alle ihre Feiern und Freizeitaktivitäten im Internet zu dokumentieren.

Sodann sollen sich die „Kameraden“ auf die Suche nach Freunden machen und fleißig mitgruscheln – immer in der Hoffnung, dass früher oder später „aus unorganisierten Freunden im Portal auch Interessenten, DS-Abonnenten und Parteimitglieder werden“. Dabei dürfe man „nicht offen unter NPD agieren“, könne aber dennoch seine Ziele und Absichten darstellen. Und noch einmal weiß die „Deutsche Stimme“, dass auch an dieser Stelle eine Ermahnung an die Mitglieder erforderlich ist: „Wichtig sind aber auch hier politische Botschaften und nicht Primitivitäten oder bloße Sprücheklopferei.“ Schließlich will man ja als die „netten Rechten von nebenan“ erscheinen. (ts)

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