DU: Jeweils knapp 200 Teilnehmer bei Demonstrationen von „pro NRW“ und NPD

Duisburg – Der heutige Tag werde „als Meilenstein in unsere noch junge Parteigeschichte eingehen“ und sei „ein erster Höhepunkt in unserer Landtagswahlkampagne“, meint „pro NRW“-Chef Markus Beisicht mit Blick auf die als „Sternmarsch“ angekündigte Demonstration seiner Organisation in Duisburg. Wie immer gilt: Mit der Realität haben „pro“-Verlautbarungen wenig zu tun.

Immerhin scheinen sich die Rechtspopulisten von der Tradition zu verabschieden, Teilnehmerzahlen an ihren Veranstaltungen locker zu verdrei- oder gar zu verfünffachen, um personelle Substanz vorzutäuschen. Für ihre heutige Veranstaltung, die vom „Sternmarsch“ aus mehreren Ruhrgebietsstädten zur wenige Hundert Meter langen Demonstration abseits des Geschehens schrumpfte, gibt „pro“ eine Teilnehmerzahl von „über 400 Anhängern von pro NRW und befreundeten ausländischen Parteien wie der FPÖ und dem Vlaams Belang“ an.

Das ist diesmal nur etwas mehr als eine Verdoppelung der tatsächlichen Zahl. Tatsächlich waren nur etwa 180 Teilnehmer gekommen. Sinn macht der Hinweis auf die Beteiligung von FPÖ und VB. Sie stellten etwa die Hälfte der Personen, die 700 Meter durch die Warbruckstraße zogen. Bleibt ein „pro NRW“-Potenzial bei diesem „Meilenstein“ der noch jungen Parteigeschichte von knapp 100.

Am Samstag nahmen ebenfalls rund 180 Personen an dem „Parteitag“ von „pro NRW“ im Schloss Horst in Gelsenkirchen teil. „pro NRW“ selbst behauptete, „über 300 Delegierte und Gäste“ seien anwesend gewesen.

Deutlich hinter den eigenen Erwartungen blieb heute auch der parallel zur Demonstration der Rechtspopulisten stattfindende Aufmarsch der NPD zurück. 400 Teilnehmer waren angekündigt. Am Ende waren es ungefähr so viele wie bei „pro NRW“. Als Redner traten unter anderem der Landesvorsitzende Claus Cremer und der bekennende Neonazi Axel Reitz auf. (ts)