Nebenbei: British Army gegen Münsters Neonazis?

Münster – Dass sie es hier und da mit Gegnern zu tun haben, haben die „Nationalen Sozialisten aus Münster“ im Lauf ihrer gerade einmal viermonatigen Existenz bereits erfahren müssen. Doch nun scheinen sie zu fürchten, dass ihnen mittelfristig ein wirklich übermächtiger Widerpart den Garaus machen will: die Britische Armee.

„Von der Erkenntnis beseelt das nur unser entschlossener Widerstand gegen das System und den Ungeist der Zeit den Weg zur Errettung unseres Volkes ebnen kann“, hatten sich Neonazis im vorigen Jahr zu jenen „Nationalen Sozialisten aus Münster“ zusammengeschlossen. Dabei folgten sie dem Eliteprinzip: „In Münster und dem Umland wurden aus allen nationalen Gruppen und Freundeskreisen nur die besten Leute angesprochen und angeworben, um von vorne herein stark genug zu sein, dem Druck des Systems auch nach den ersten Repressionen noch stand halten zu können und sich endgültig zu etablieren.“

Mit vielen Widrigkeiten hatten die münsterländischen Spitzenkräfte des Neonationalsozialismus seinerzeit bereits gerechnet: „Eine Stürmische Zeit liegt vor uns! Ein hindernisreicher Weg der uns große Opfer abverlangen wird.“ Und es kam, wie es kommen musste. „Bürgerliche Vertreter des Gutmenschentums“ stellten sich gegen sie, „Rotfaschisten“ gar. Hinzu kam die „Polizeirepression“ und im TV jene „Quasselsendungen“, die nur ablenken vom Kampf „gegen die Spaßgesellschaft und ihre Perversitäten“.

Das alles steckten „besten Leute“ der regionalen Neonazis weg. Doch nun mussten sie die Meldung zur Kenntnis nehmen, dass es „um die 2500 (!!!) Soldaten“ gibt, die „die britische Krone nach über 65 Jahren Besatzung immernoch in Münster stationiert hat“. Und nicht genug damit: Ihr Rückzug auf die Insel verzögert sich auch noch um mindestens um fünf Jahre bis frühestens 2019. Dass das nur logistische Grüne haben soll, mögen Münsters „Nationale Sozialisten“, die doch selbst in der Lage sind, ihre kompletten Truppenteile kurz entschlossen mal eben zu Neonaziaktivitäten nach Dortmund, Hamm oder Ahlen zu verlegen, nicht glauben.

Die Kämpfer für die „nationale Souveränität“ und die „biologische Existenz unseres Volkes“ ahnen, warum die Briten später abziehen: „Es drängt sich der Verdacht auf das die englischen Besatzungstruppen, für weitere 5 Jahre in Münster bleiben sollen, um in Zeiten der Wirtschaftskrise die Kolonie BRD, gegen Aufstände abzusichern.“ Der nächste Neonazi-Auflauf im Münsterland, begleitet nicht durch Bereitschafts- und Bundespolizei, sondern durch die British Army? Wir warten gespannt darauf. (rr)