HAM/UN/EU/OE: Parteifreier NPD-Wahlkampf gegen „vernagelte Subjekte“

Hamm/Olpe/Euskirchen – Im Landtagswahlkampf erhält die NPD manchenorts wieder Unterstützung von „parteifreien“ Neonazis.

Rund 1500 Plakate will der NPD-Kreisverband Unna/Hamm bereits „mit der Unterstützung unserer Kameraden aus den freien und autonomen Gruppen“ aufgehängt haben. Die Rechts-„Autonomen“ aus der Region, die im Kreis Unna beheimatet sind, haben sich noch nicht geäußert. Die „Kameradschaft Hamm“, die nicht zum „Autonomen“-Spektrum der parteilosen Neonazis gehört, erklärte aber schon einmal: „Auch wenn wir als Nationale Sozialisten nicht in allen Punkten mit der NPD einer Meinung sind, so überwiegen doch die Gemeinsamkeiten. Auf der Basis des gemeinsamen Bekenntnisses zu Volk und Heimat werden parteifreie Kräfte auch dieses mal den Wahlkampf der NPD in Hamm unterstützen.“

Die „Freien Nationalisten Euskirchen“ waren derweil mit dem Dürener NPD-Kreisvorsitzenden Ingo Haller und dem „Flaggschiff“ der Partei, einem umgebauten Wohnmobil, auf Wahlkampftour. Anschließend seien Flugblätter verteilt und Plakate geklebt worden, berichteten die Euskirchener Neonazis. Unterwegs habe man zwar „zwei- bis dreimal den Stinkefinger von irgendwelchen vernagelten Subjekten“ gesehen, die restlichen Reaktionen seien aber „von positiver Zustimmung geprägt“ gewesen.

Nicht faul war eigenem Bekunden zufolge auch der rechts-„autonom“ geprägte Neonazi-Nachwuchs aus dem sauerländischen Olpe. Er schaffte es am Samstag nach eigenen Angaben, „über 100 Exemplare“ eines Flugblatts für ein Minarettverbot zu verteilen. Nur 20 Minuten benötigte man offenbar für diese Herkulesaufgabe. Damit habe man „ein Zeichen gegen die Überfremdung gesetzt“ und eines für die „einzig Wahre nationale Opposition“, die NPD. (ts)