KR: Krisengeschüttelter NPD-Kreisverband benennt einen Direktkandidaten

Krefeld – Die im vorigen Jahr durch V-Mann-Gerüchte und die Absetzung ihres Kreisvorsitzenden Lars Spönlein krisengeschüttelte Krefelder NPD hat es offenbar geschafft, einen Direktkandidaten für die Landtagswahl am 9. Mai aufzustellen – und ist mächtig stolz darauf.

Gleich zwei Mal wird direkt in den ersten beiden Sätzen einer Mitteilung auf der Homepage der Krefelder NPD kundgetan, dass man sich freue und wie sehr man sich freue, dies geschafft zu haben. Der neue Kreisvorstand der NPD Krefeld habe „damit eindrucksvoll gezeigt, dass er voll und ganz handlungsfähig ist“, und der Kreisverband Krefeld melde sich „in vollem Einsatz wieder zurück“. Gedankt wird auch „den vielen Freunden und Helfern“, die „unerbittlich im Einsatz“ gewesen seien und die erforderlichen Unterstützungsunterschriften eingeholt hätten.

Nicht verraten mag die Krefelder NPD allerdings in ihrer Mitteilung den Namen des Kandidaten, der offenbar im Wahlkreis 47 Krefeld I im Süden der Stadt auf den Stimmzetteln stehen wird. Laut abgeordnetenwatch.de handelt es sich um Manfred Aengenvoort. Der 1944 geborene Aengenvoort ist langjähriger NPD-Funktionär. In den letzten Jahren fiel er aber weniger durch politisch-inhaltliche oder alltägliche politisch-praktische Arbeit auf, sondern eher dadurch, dass er in parteiinterne Schiedsgerichte gewählt wurde, als Tagungspräsident auf die Einhaltung von Regularien zu achten hatte oder als „Parteihistoriker“ an „bessere“ Zeiten der NPD erinnerte.

Dass die Krefelder NPD seinen Namen nicht nennen mochte, kann auch mit Aengenvoorts Wohnort zu tun haben. Der angeblich wieder „voll und ganz handlungsfähige“ und „in vollem Einsatz“ befindliche Kreisverband hatte offenbar in den eigenen Reihen niemanden gefunden, der für einen Wahlantritt geeignet und/oder bereit gewesen wäre, und muss sich nun eines Kandidaten aus Oberhausen bedienen. (ts)

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