Nebenbei: USB-Stick als neue Wunderwaffe der NPD

Bochum – Die NPD hat eine neue Wunderwaffe im Landtagswahlkampf entdeckt: den USB-Stick.

Angeblich 1500 Stück will sie davon in den nächsten Tagen vor „ausgesuchten Schulen“ verteilen. Die Sticks „enthalten alle Aussagen und Werbemittel der NPD zur Landtagswahl: das umfangreiche Landtagswahlprogramm, den Fernseh- und Radiospot, die Plakatmotive und einiges mehr“, verspricht Markus Pohl, der Pressesprecher des NPD-Landesverbandes. Er gerät fast schon ins Schwärmen: „Welchen Jugendlichen reizt es nicht, von der NPD statt eines gewöhnlichen Flugblattes einen USB-Stick in die Hand gedrückt zu bekommen?“

Nun, wir würden aus dem Stand sehr, sehr viele nennen können, die weder das eine, noch das andere von der NPD in die Hand gedrückt bekommen wollen. Aber das würde Pohl wohl kaum in seiner Euphorie bremsen können. „Neben vielen niedrigschwelligen Internet-Aktivitäten sucht die NPD wie keine andere Partei nach stilistisch jugendgemäßen und technisch hochmodernen Transportmitteln ihrer politischen Inhalte“, übt er sich im NPD-Politmarketing-Jargon.

Dass von dem „originellen Transportmittel nationaler Botschaften“ – sozusagen der V2 des NPD-Landtagswahlkampfs – pro Wahlkreis gerade einmal rein rechnerisch zwölf Exemplare zur Verfügung stehen, ficht ihn nicht an – dürfte es ihm und seiner Partei doch hauptsächlich darum gehen, erneut Schlagzeilen zu produzieren wie vor Wochen bei dem NPD-Rundschreiben an Schülervertretungen.

In der ersten Fassung seiner Mitteilung auf der Homepage der NRW-NPD hatte Pohl im Übrigen für jene, die bei der Verteilung leer ausgehen, noch eine Alternative parat: „Der Stick kann von der Seite www.npd-nrw.de heruntergeladen werden“, versprach er. Merke: „Niedrigschwellig“ sind nicht nur viele Internet-Aktivitäten der NPD, sondern auch deren Produzenten. (ts)

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