BRD: Patrik Brinkmann verliert den Spaß an „pro“

Berlin/Leverkusen – Patrik Brinkmann hat womöglich schneller als erwartet seinen Spaß an „pro Deutschland“ und „pro NRW“ verloren.

Eigentlich wollte sich der schwedische Unternehmer beim für Mitte Juli geplanten Bundesparteitag von „pro Deutschland“ zum neuen Vorsitzenden wählen lassen. Doch eine heute von der extrem rechten Internetplattform „Gesamtrechts“ veröffentlichte Erklärung Brinkmanns legt den Schluss nahe, dass daraus nichts wird. „Es hat sich in den letzten Tagen und Wochen gezeigt, dass pro Deutschland sich nicht so entwickeln wird, wie ich das ursprünglich gedacht hatte“, wird Brinkmann zitiert.

Nach dem Abkommen zwischen dem „pro Deutschland“-Vorsitzenden Manfred Rouhs und dem „pro NRW“-Chef Markus Beisicht * würden sich die „pro“-Gruppen zwar besser koordinieren können, was grundsätzlich zu begrüßen sei, so Brinkmann. „Gleichzeitig zeigt sich aber, dass damit kein wirklicher Neuanfang auf bundespolitischer Ebene gewagt worden ist.“ Dieser sei aber „nach dem langsamen Sterben der Republikaner dringend notwendig“.

Vor jener Einigung zwischen Rouhs und Beisicht hatten der „pro NRW“-Vorsitzende und sein Generalsekretär Markus Wiener deutlich gemacht, dass „pro D“ keinesfalls so etwas wie eine Dachorganisation aller „pro“-Gruppen sei und es sich vielmehr um voneinander unabhängige Gruppen handele**. Damit waren Brinkmanns Ambitionen deutliche Grenzen gesetzt worden.

Er wünsche „der pro-Bewegung natürlich weiterhin eine gute Entwicklung“ und stehe auch weiterhin bereit, um zu dieser Entwicklung beizutragen, erklärte Brinkmann nun. Es gelte, die Grundfragen zu klären: „Will man wie die NPD weiter machen oder wie Geert Wilders PVV oder der Vlaams Belang.“ Im zweiten Fall sei er gern bereit, Verantwortung zu übernehmen. Der deutschen Rechten zu helfen, sei für ihn, so seine erstaunliche Formulierung, „ein wirtschaftliches, aber auch ein politisches Anliegen“.

Abschließend heißt es: „Wenn sich die pro-Bewegung gefunden hat, bin ich gern bereit, Gespräche zu führen über die Zukunft.“ Ob er sich damit ein Türchen offen halten will, um vielleicht doch noch das Ruder bei „pro D“ zu übernehmen und auch finanziell in den Wahlkampf um die Mandate im Berliner Abgeordnetenhaus einzusteigen, wird aus dem Text nicht klar. (ts)

* /nrwrex/2010/06/nrw-beisicht-und-rouhs-wieder-einig

** /nrwrex/2010/06/nrw-pro-nrw-setzt-sich-von-pro-deutschland-ab