HAM: Neonazis werfen Stein in Linkspartei-Büro

Hamm – „Kristallnacht bei der Linkspartei“ überschreibt die Neonazi-„Kameradschaft Hamm“ einen Internetartikel, in dem über ein eingeschlagenes Fenster des örtlichen Linkspartei-Büros berichtet wird.

In der Nacht vom 18. auf den 19. Juni wurde ein Stein gegen das Schaufenster geworfen. Die Täter hinterließen außerdem zwei NPD-Aufkleber auf der beschädigten Scheibe. Die Polizei habe die Sachbeschädigung aufgenommen, heißt es beim Linke-Kreisverband Hamm.

In den Pressemitteilungen der Polizei findet der Vorfall keine Erwähnung, auch die örtliche Tageszeitung möchte nicht berichten. „Von der Redaktion wurde uns mitgeteilt, dass man an einer Veröffentlichung solcher Geschehnisse nicht interessiert sei, um keine Nachahmungen zu animieren“, teilte ein Mitglied des antifaschistischen Bündnisses „Hamm stellt sich quer“ mit*.

Dies gelte auch für ebenfalls am Wochenende angebrachte Aufkleber, die Hakenkreuze und Mordaufrufe enthielten. Auf handschriftlich beschriebenen Postaufklebern fordert der „Nationale Widerstand Unna“ unter anderem „Antifas töten!“. Die Neonazis aus dem Nachbarkreis haben in den letzten zwei Jahren eine Vielzahl an Sachbeschädigungen an Parteibüros begangen – auch dabei flogen oftmals Steine. (hp)

* Zur Frage, welchen „Erfolg“ diese Strategie des Be- und Verschweigens andernorts hat, siehe auch:

/nrwrex/2010/06/si-chronik-rechter-straftaten

/nrwrex/2010/06/presseschau-neonazi-opfer-schweigen-nicht-mehr

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