DO: „Pro NRW“ sieht nur noch doppelt

Dortmund – „Pro NRW“ feiert die Dortmunder 100-Leute-Kundgebung* erwartungsgemäß als Erfolg; Patrik Brinkmann zog es vor, in Berlin zu bleiben; und die NPD will am Samstag u.a. in Hörde kräftig Flugblätter verteilt haben.

Früher pflegte „pro NRW“ Teilnehmerzahlen bei ihren Veranstaltungen in  der anschließenden Berichterstattung zu verdrei- bis verfünffachen. Diesmal nähert man sich ein klein wenig der Realität an und verdoppelt nur noch: „Rund 200 Bürger“ wollen die Rechtspopulisten bei ihrer Veranstaltung gezählt haben, davon „gut 50 Anwohner und Mitglieder aus Hörde zur Kundgebung“. Mit der Realität hat auch das Resümee des „pro NRW“-Vorsitzenden Markus Beisicht wenig zu tun: „Wir haben mit dieser Aktion den Nerv der Dortmunder Bürger getroffen.“ Er kündigte gleichwohl die Gründung eines Kreisverbands, „Mahnwachen“ und Saalveranstaltungen in der Ruhrgebietsstadt an. Auch in Dortmund müsse „der politische Widerstand gegen Islamisierung und Überfremdung“ bei der nächsten Kommunalwahl „in Gestalt von Pro NRW auf dem Stimmzettel stehen“.

Vor die Wahl gestellt, in Dortmund auf einem Wiesenstreifen neben der Straße vor 100 ganz überwiegend aus dem Rheinland herangekarrten „pro NRW“-Mitgliedern zu sprechen oder im Rathaus Schöneberg seinen Auftritt zelebrieren zu können, entschied sich der lange Zeit als „pro NRW“-Sponsor gehandelte schwedische Unternehmer Patrik Brinkmann für Berlin. Neben dem „Vlaams Belang“-Funktionär Filip Dewinter gehörte er zu den Gastrednern des „pro Deutschland“-Parteitags in der Bundeshauptstadt.

Die Dortmunder NPD will derweil am Samstag vor verschiedenen Einkaufszentren in den Dortmunder Statteilen Hörde, Benninghofen und Wellinghofen Flugblätter verteilt haben. Ironisch malt man sich eine künftige Kooperation mit den Rechtspopulisten aus: „So kann sich die NPD eine künftige Zusammenarbeit durchaus vorstellen: ,Pro-NRW’ lenkt die Antifa samt Polizei auf eine abgelegene Wiese am Ortsrand, während die NPD ungestört und in Ruhe Informationsmaterial verteilt und zahllose konstruktive Bürgergespräche führt.“ (ts)

* /nrwrex/2010/07/do-100-teilnehmer-bei-pro-nrw-kundgebung-h-rde