LEV: Und noch eine „spektakuläre Demonstration“ von „pro NRW“

Leverkusen – In Dortmund will „pro NRW“ am 17. Juli bei einer Demonstration mit antiislamischen Parolen punkten – nach der Sommerpause versuchen die Rechtspopulisten dann in Leverkusen, sich als Vertreter von Law and Order zu geben.

„Für Recht und Ordnung in Leverkusen-Wiesdorf: Null Toleranz gegenüber Rechtsbrüchen einer stadtbekannten Großfamilie“ ist das Motto einer – so der übliche „pro NRW“-Jargon – „spektakulären Demonstration“, die am 25. September stattfinden soll. Spektakulär ist freilich weder die erwartete Teilnehmerzahl, die von der selbst ernannten „Bürgerbewegung“ mit 200 angegeben wird, noch die vorgesehene Route des „großen Demonstrationsumzugs“ vom Wiesdorfer Platz zum Barmer Platz mit einer Länge von gerade einmal rund einem Kilometer. Angemeldet ist die Veranstaltung aber immerhin für den Zeitraum von 11 bis 15 Uhr.

Demonstriert werden soll nach Angaben von „pro NRW“ gegen die Rechtsbrüche der Angehörigen einer „stadtbekannten Leverkusener Großfamilie“, die an anderer Stelle auch als „Angehörige einer mobilen ethnischen Minderheit“ bezeichnet werden. Dabei polemisiert „pro“ zugleich gegen die anderen Ratsparteien und die Stadtverwaltung: Sie seien „nicht bereit, gegen die unhaltbaren Zustände im Herzen von Leverkusen ernsthaft vorzugehen“. Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn wird gar beschuldigt, er habe „offenbar immer noch kein Problem damit, dass in Wiesdorf morgens und nachmittags dreist auf offener Straße, ohne jede Scham, mit Drogen gehandelt wird“.

Die Kundgebung sei „keineswegs ausländerfeindlich ausgerichtet“, beteuert „pro NRW“-Chef Markus Beisicht. Er wird wissen, warum er das ausdrücklich betont. Womöglich will er vergessen machen, dass er einst – damals noch für die „Deutsche Liga für Volk und Heimat“ aktiv – des Öfteren versucht hat, mit Hetzparolen gegen Sinti und Roma in der Öffentlichkeit zu punkten (http://www.koelnganzrechts.de/prokoeln/prokoeln_home.html). (ts)