Nebenbei: NPD-Laube rüffelt NPD-Cremer

Düren – Eine unsere Lieblings-Twitter-Meldungen aus dem Bereich der NPD geht so: „Halte gerade eine Grundsatzrede“. Sie stammt von Parteichef Udo Voigt. Auch sein Statthalter in Nordrhein-Westfalen, Claus Cremer, zwitschert fröhlich vor sich hin und lässt so ein interessiertes Publikum an seinem zumeist wenig aufregenden Leben teilhaben. Das finden nicht alle Kameraden gut.

„Auf dem Weg zum nationalen Fußballturnier im Rheinland“, hatte Cremer am vorigen Samstagmorgen in alle Welt getwittert. Rene Laube, stellvertretender Vorsitzender des NPD-Kreisverbands Düren, der das Turnier mit 16 NPD- und „parteifreien“ Neonazi-Teams ausrichtete, nimmt das nun zum Anlass für „ein klein wenig Manöverkritik“, die „all jenen ins Stammbuch geschrieben“ sei, „die es einfach nicht sein lassen können, im Vorfeld von Versammlungen, beispielsweise über Mediennetzwerke wie ,Twitter’, öffentlich zu machen in welcher Regionen diese Veranstaltungen stattfinden“.

Solche Meldungen würden „zumeist bloß der persönlichen Selbstdarstellung Einzelner“ dienen und den Bemühungen der Veranstalter schaden, einen möglichst ungestörten und sicheren Ablauf von Zusammenkünften zu gewährleisten“, rüffelt er Cremer. Angst vor hohen Tieren hat Laube dabei nicht: „Gäste sind Gäste und – auch wenn sie noch so hohe Ämter und Positionen in unserer Bewegung innehaben mögen – haben sich diese entsprechend zurückzunehmen.“

Doch nicht nur Cremers allgemein gehaltener Hinweis auf den Veranstaltungsort hat Laube aufgebracht. „Gut das ich bei diesem heißen Wetter nicht spielen muß, sondern nur Pokale ausgebe“, hatte der NPD-Landeschef gezwitschert. Doch das stimmte gar nicht. Cremer durfte die Siegerehrung nicht vornehmen. Laube: „Entgegen einer parteiamtlichen Meldung auf Twitter wurden die Pokale und Urkunden auch nicht von außerhalb der Organisation des Turnieres stehenden Personen an die Sieger und Teilnehmer überreicht, sondern von den Veranstaltern persönlich.“

Cremer musste Zaungast bleiben. Nicht einmal als Schirmherr wurde er gebraucht. Ironisch bedankt sich Laube beim NPD-Landesverband für ein „wahrlich unglaubliches Spenden Angebot“. Er habe „sage und schreibe 40 Euro“ beisteuern wollen, um, sozusagen nebenbei, dann auch noch die Schirmherrschaft zu übernehmen.

So dürfte es, alles in allem, kein guter Tag gewesen sein für den Landesvorsitzenden. Einige ungeschrieben gebliebene Twitter-Meldungen Cremers wären denkbar: „Früh raus gemusst“; „Weite Fahrt bei ständig steigenden Temperaturen“; „Nicht selbst Fußball spielen gekonnt“; „Den ganzen Tag bei Bullenhitze am Rand eines Bolzplatzes Staub geschluckt“; „Undank geerntet ob der angeblich mickrigen Spende“; „Wurde als eitel gescholten“; „Durfte meiner eigentlichen Bestimmung als NPD-Chef für das Rheinland und Westfalen und als Mitglied des Parteivorstands, wenigstens Pokale überreichen zu können, nicht gerecht werden“. (rr)

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