BM: Kerpen ohne NPD-Zentrum

Kerpen – Gestützt auf eine Information des Fraktionsvorsitzenden von BBK/UWG im Kerpener Stadtrat berichtete der Kölner Stadtanzeiger in der vorigen Woche, der Eigentümer eines seit Jahren leerstehenden Gebäudes, in dem früher ein Einkaufsmarkt sein Domizil hatte, habe angekündigt, die Räume für eine symbolische Miete von einem Euro an die NPD vermieten zu wollen*. Nur ein Gerücht, erwiderte die Eigentümerfamilie heute in der Kölnischen Rundschau: „Wir können das nicht dementieren, weil wir das nie behauptet haben.“ (http://www.rundschau-online.de/html/artikel/1281431120088.shtml)

Die Familie habe lediglich auf die Probleme aufmerksam machen wollen, die die Vermietung des rund 800 Quadratmeter großen Ladenlokals aufwerfe, zitiert die Kölnische Rundschau die Eigentümer des Gebäudes. Aufmerksamkeit zu erzeugen immerhin ist durch die Veröffentlichungen gelungen.

Zwischenzeitlich hatte auch die NPD dementiert: Sie habe kein Interesse an den Räumlichkeiten. Augenscheinlich benutze der Eigentümer den Namen der Partei nur, um die Stadt unter Druck zu setzen, schrieb Landespressesprecher Markus Pohl. Die NPD reagiere „jedoch nur auf seriöse Angebote, die in persönlichen Gesprächen unterbreitet werden“.

Eine eher witzige Facette hat die Kerpener Geschichte: Claus Cremer, Landesvorsitzender der notorisch klammen NPD, gibt den Immobilienhai, glaubt man der Kölnischen Rundschau. Das Blatt gibt eine Aussage Cremers so wieder: Die Partei in Nordrhein-Westfalen sei „ständig auf der Suche nach geeigneten Objekten, etwa, um Außenstellen oder Bürgerbüros dort einzurichten“. (rr)

* /nrwrex/2010/08/presseschau-vermieter-droht-mit-npd

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