DO: „An die SA angelehnte Politik der Einschüchterung“

Dortmund – Der nächtliche Überfall auf Gäste des Dortmunder Lokals Hirsch-Q* sei nicht die erste militante Aktion von Neonazis im Vorfeld ihrer für den 4. September geplanten Demonstration gewesen. Daran erinnert das „S4-Bündnis“, ein Zusammenschluss Dortmunder Antifagruppen, in einer Pressemitteilung.

In den letzten Tagen seien immer wieder Neonazis bei nächtlichen Streifzügen auf der Suche nach Opfern beobachtet worden. So sei „Taxi Tom“, ein engagierter Dortmunder Bürger, der am 4. September zu einer eigenen Aktion gegen den Aufmarsch zum „Nationalen Antikriegstag“ aufruft, während der Arbeit von Neonazis überfallen und bedroht worden. Dortmunder, die von den örtlichen Neonazis in die Rubrik Antifaschisten einsortiert wurden, mussten zudem feststellen, dass ihre Hauswände mit rechten Parolen beschmiert worden waren. Das „S4-Bündnis“ spricht von einer „an die SA angelehnten Politik der Einschüchterung durch Gewalt“.

Etwa 20 vermummte und schwarz gekleidete Neonazis seien in der vorigen Nacht auf die Menschenansammlung vor dem Lokal zugelaufen. Unter „Sieg Heil“-Rufen und antisemitischen Beleidigungen hätten sie begonnen, die aus einem in der Nähe befindlichen Schuttcontainer entnommenen Flaschen und Steine auf die Anwesenden zu werfen. Die Angegriffenen hätten sich jedoch nicht einschüchtern lassen und sich entschlossen zur Wehr gesetzt, bis die Neonazis flüchteten.

Die Hirsch-Q sei nicht zum ersten Mal Ziel eines Naziüberfalls geworden, heißt es in der Pressemitteilung. Besonders in den Jahren 2007 und 2008 habe es eine Vielzahl von Übergriffen auf Passanten vor dem Lokal und gezielten Angriffen auf die Kneipe selbst gegeben. Nach der Verurteilung von zwei Neonazis wegen eines solchen Überfalls vor drei Jahren, ebenfalls im Vorfeld eines „Nationalen Antikriegstags“ sei es dort aber etwas ruhiger geworden.

Der neuerliche Überfall auf die Hirsch-Q-Gäste zeige deutlich das wahre Gesicht der Dortmunder Naziszene, meint das „S4-Bündnis“: „Hinter der Fassade aus wohlfeilem Gerede vom Protest gegen imperialistische Kriege verbergen sich Einschüchterung und Übergriffe gegen politische Gegner.“ (ts)

* /nrwrex/2010/08/do-neonazi-berfall-der-br-ckstra-e-aktualisiert

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