DN: NPDler betteln um Ausschlussverfahren

Düren/Oberhausen – Nachdem der NPD-Landesparteitag am Sonntag in Oberhausen dem offen neonazistischen Flügel der Partei eine Absage erteilt hatte*, betteln einige Funktionäre des Dürener Kreisverbandes um die Einleitung von Parteiausschlussverfahren.

Heute Morgen wurden per Twitter unter dem Namen „NPD Düren“ einige Details der Parteitagsberatungen und wüste Beschimpfungen der Parteimehrheit veröffentlicht. Dass es sich dabei um die „offiziellen“ Twitternachrichten des Kreisverbandes handelt, bestätigte inzwischen Rene Laube, einer der stellvertretenden Kreisvorsitzenden.

Alle Interessierten könnten nun „das tagespolitisch aktuelle ,Gezwitscher’ unserer Gemeinschaft mitverfolgen“, schieb er. Das Gezwitscher von heute hat es in sich. Beklagt wird dort unter anderem, dass die Aufnahme von Axel Reitz in die Partei abgelehnt worden sei. Und wie zur „Ehrenrettung“ heißt es über Reitz, er sei „ein NATIONALSOZIALIST und nein (soll wohl heißen: kein, d. Red.) sogenannter NAZI“. Reitz habe den Versammlungsraum nicht einmal betreten dürfen.

Zurückgezogen habe man beim Parteitag einen „Antrag auf Erweiterung und Ausbau der Zusammenarbeit mit freien Kräften“, nachdem dieser „aufs schärfste Kritisiert“ worden sei, twittert „NPD Düren“. „Freie Kräfte“ seien nur in Wahlkampfzeiten erwünscht, um die „Drecksarbeit der NPD-NRW zu verrichten“.

Und das Fazit des Parteitags aus der Sicht von „NPD Düren“: „NPD - NRW und PRO NRW auf einer Wellenlänge! NUR PRO NRW steht weiter RECHTS als NRW - NPD Vorstand!!!“ Nordrhein-Westfalen könne „froh sein das diese Bande es nie schaffen wird in den Landtag einzuziehen!!!“ – wobei in diesem Fall mit „dieser Bande“ ausdrücklich nicht „pro NRW“ gemeint ist. An einer Zusammenarbeit mit dem neuen Landesvorstand, so die Dürener NPDler, sei man „nicht interessiert“. (ts)

* http://www.bnr.de/content/abkehr-vom-radikalen-fluegel

und

/nrwrex/2010/09/nrw-soziale-heimatpartei-npd-best-tigt-ihren-landeschef-cremer-im-amt

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