DO: Polizeipräsident verbietet Neonazi-Aufmarsch am Samstag

Dortmund – Der Dortmunder Polizeipräsident Hans Schulze hat heute Vormittag den für Samstag geplanten Aufmarsch von Neonazis zum „Nationalen Antikriegstag“ verboten.

Schulze begründete seine Entscheidung mit einem „nicht kalkulierbaren Risiko“ bei der Demonstration, „bis hin zur Lebensgefahr“. Der Polizeichef verwies auf die am Mittwoch erfolgte Festnahme eines Neonazis in Aachen. Der 19-Jährige, der der „Kameradschaft Aachener Land“ zugerechnet wird, war in Haft genommen worden, weil er Sprengsätze hergestellt haben soll, die am 1. Mai bei einer Neonazi-Demonstration in Berlin gefunden worden waren. Zumindest einige dieser Sprengkörper waren mit Glassplittern versetzt.

Schulze berichtete, der Aachener Neonazi habe bis in die letzte Zeit solche Sprengsätze hergestellt. Und entscheidend für das Verbot: Er habe sich im Vorfeld der Dortmunder Demonstration in der Ruhrgebietsstadt aufgehalten und bei Leuten aus dem Umfeld der Demo-Organisatoren gewohnt. Er gehörte in der vorigen Woche auch zu jenen fünf Neonazis, die nach einem Überfall auf die Gäste einer alternativen Kneipe vorübergehend festgenommen worden waren.

Es bestehe das große Risiko, dass er seine Sprengsätze aus Eigenproduktion an „Kameraden“ aus der Stadt übergeben oder sie hier deponiert habe. Sie könnten, so der Polizeipräsident, dafür gedacht sein, Blockaden gegen den Neonazi-Aufmarsch zu brechen.

Nicht betroffen von der Verbotsverfügung ist die Neonazikundgebung am Freitagabend, bei der auch extrem rechte Musikgruppen auftreten sollen. (ts)