NRW: NPD-Vorstand berät in der nächsten Woche über Sanktionen gegen Dürener Kreisverband

Bochum – Der NPD-Landesvorstand wird in der kommenden Woche beraten, mit welchen Sanktionen er auf die heftigen Angriffe des Dürener Kreisverbandes reagieren wird.

In einer Stellungnahme des Landesvorsitzenden Claus Cremer, die heute zunächst auf dem Neonazi-Portal „Altermedia“ veröffentlicht wurde, heißt es, die Attacken Dürener NPDler würden nur dazu dienen, „auf unterstem Niveau zu hetzen und zu spalten“. Cremer: „Dies wird selbstverständlich eine interne und satzungsmäßige Reaktion nach sich ziehen.“

Cremer wirft dem Kreisverband Düren vor, in seinen Twitter-Meldungen über den Ablauf des Parteitags zu lügen. So sei das Ergebnis der Landtagswahl, das Cremer in seiner Stellungnahme „katastrophal“ nennt, „weder schöngeredet, noch in irgendeiner Form als zufriedenstellend ,verkauft’“ worden. Falsch sei auch die Darstellung, dass sämtliche Dürener Anträge abgelehnt worden seien. Der Kreisverband Düren habe vielmehr vier seiner sechs Anträge selbst zurückgezogen. Unwahr sei auch die Behauptung, der Parteitag habe eine Zusammenarbeit mit „parteifreien Nationalisten in NRW“ abgelehnt.

Ohne dessen Namen zu nennen, macht Cremer deutlich, dass er in der Diskussion über die Parteimitgliedschaft von Axel Reitz eine wesentliche Ursache für die jetzt aufgebrochenen Konflikte sieht. Landes- und Bundespartei hätten Reitz’ Aufnahmewunsch nicht entsprochen. Cremer: „Dies führte dann dazu, daß seit diesem Zeitpunkt der ,Eklat’ aus meiner Sicht vorangetrieben und keine Gelegenheit ausgelassen wurde die Landespartei bzw. die alte Landesführung anzugiften und mit Halb- bzw. Unwahrheiten anzugreifen.“ Cremer weiter: „Festzuhalten bleibt, daß diese Person nicht DER freie Widerstand ist und der freie Widerstand nicht DIESE Person.“

Dass die Landespartei einen „Kurswechsel“ betreibe, bestreitet Cremer. „Ein Abkehr von elementaren Forderungen der nationalen Opposition ist nicht zu finden und ist auch nicht gewollt.“ Allerdings müsse „jeder politische Aktivist“ für sich selbst entscheiden, „wie im Jahr 2010 radikale (im Sinne einer grundlegende Veränderungen an einer herrschenden Gesellschaftsordnung) und an den Interessen des Volkes orientierte Forderungen in die Öffentlichkeit gebracht werden können“.

Indirekt bestätigte Cremer, die an dieser Stelle formulierte Erwartung, dass künftig weniger NS-lastige Töne von der nordrhein-westfälischen NPD zu vernehmen sein werden und dass es dem Landesverband um eine gemäßigter wirkende Außendarstellung geht*. Cremer schreibt in seiner Stellungnahme: „Während es sicherlich Zeitpunkte gibt, in denen ein klares, direktes Wort angebracht ist, gibt es aber auch Situationen, in denen man vielleicht auch mal in die vermeintliche Mitte der Gesellschaft vorstoßen sollte um an sein Ziel zu gelangen.“ (ts)

* /nrwrex/2010/09/nrw-soziale-heimatpartei-npd-best-tigt-ihren-landeschef-cremer-im-amt

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