NRW: „Pro NRW“ klagt über Liebesentzug

Köln – Jahrelang hatte „pro NRW“ in Stefan Herre, dem Gründer der Internetplattform „Politically Incorrect“ (PI), einen zuverlässigen Verbündeten. Doch das scheint Vergangenheit.

Von einer „sehr fragwürdigen Entwicklung des Blogs, welche den eigenen Namen ,Politically Incorrect’ ad absurdum zu führen droht“, ist heute auf der Homepage von „pro NRW“ die Rede. Dokumentiert wird dort ein „Offener Brief“ der beiden Kölner „pro“-Ratsmitglieder Judith Wolter und Jörg Uckermann an Herre.

Wolter und Uckermann klagen darüber, dass „jeder konstruktive Dialog zwischen der veröffentlichten Meinung bei PI und pro NRW bzw. pro Köln abgebrochen“ sei. „Politically Incorrect“ trifft nun ein Vorwurf, den die Rechtspopulisten bisher nur im Zusammenhang mit „etablierten“ Medien erhoben hatten: „PI hat in seiner Berichterstattung die Arbeit der Pro-Bewegung unter die allseits bekannte Schweigespirale gelegt, und wir möchten Dich öffentlich fragen, warum?“

Die bisherige Zusammenarbeit habe „beide Seiten vorangebracht“, meinen Wolter und Uckermann: „Wir konnten gewiss manche Anregung für die Arbeit von PI geben, Du hast in den vergangenen Jahren unsere Arbeit im vorpolitischen Raum unterstützt.“ Dabei habe man „in allen wesentlichen politischen Fragen immer auf einer Linie gelegen“.

Den beiden Kölner „pro“-Politikern missfällt aber nun die Unterstützung, die PI dem ehemaligen CDU-Politiker Rene Stadtkewitz angedeihen lässt, der Ende letzter Woche die Gründung einer eigenen Partei „Die Freiheit“ angekündigt hatte. „Wir verstehen, dass sich René Stadtkewitz zunächst nach seinem Austritt aus der CDU politisch profilieren muss und wir finden es auch richtig, dass PI dies publizistisch zustimmend begleitet. Wir verstehen aber nicht, warum Du zulässt, dass in die islamkritische Opposition ein Keil getrieben wird.“

Besonders tut sich nach Ansicht von Wolter und Uckermann dabei Aaron König hervor, einer der Mitstreiter von Stadtkewitz. Der habe die „Pro-Bürgerbewegung mit den Nazis der NPD“ gleichgesetzt. „Warum kommt hier keine Zurückweisung durch Dich auf PI?“, fragen sie Herre. Ihr Fragenkatalog ist aber noch länger: „Was meinst Du, wie sich unsere Aktiven fühlen, die jahrelang für PI eingetreten sind und nun auf eine Stufe mit Demokratiefeinden gestellt werden?“ Und: „Weshalb lesen wir inzwischen in den Massenmedien der Islamisierungsfreunde mehr über die aktive Arbeit von pro NRW als bei PI?“

Bereits in der vorigen Woche hatte der „pro NRW“- und „pro Köln“-Vorsitzende Markus Beisicht in einem seiner „Interview“ genannten Beiträge auf der Homepage der selbst ernannten „Bürgerbewegung“ über „Zersetzungskampagnen gegen unser Projekt“ geklagt, die „von wem auch immer initiiert“ seien. „Wider besseres Wissen“ solle „suggeriert werden, die pro-Bewegung stehe mit unserem Grundgesetz auf Kriegsfuß“. (ts)

  • Ein älterer Bericht zum Thema:

/nrwrex/2010/08/nrw-markus-beisicht-klagt-ber-zersetzungsarbeit-den-islamkritischen-reihen