HAM: „Ein junges Volk“ steht diesmal nicht auf

Hamm – Das dürfte manchem Neonazi überhaupt nicht gefallen: Das HJ-Lied „Ein junges Volk steht auf“ soll bei der Demonstration der Szene am 23. Oktober nicht gesungen werden.

Dabei hatten Neonazis besonders aus NRW das „Pflichtlied“ der Hitlerjugend fast schon zu ihrem Kampfgesang bei Demos gemacht. Als 500 von ihnen im vorigen November in Recklinghausen durch die Straßen zogen, grölten sie es*. Ebenso, als 70 bis 80 Neonazis Ende August in Witten auf den Rathausplatz stürmten** oder als 500 Nachwuchs-Nazis am 4. September unangemeldet im Dortmunder Osten demonstrierten.

Nun soll in Hamm am 23. Oktober das Lied nicht gesungen werden, haben die Veranstalter der Neonazi-Demo entschieden. „Auf die rechtliche Problematik bezüglich des öffentlichen Singens von ,Ein junges Volk steht auf’ wird besonders hingewiesen. Um der Staatsmacht keinen Vorwand zu bieten, gegen unsere Demonstration einzuschreiten, ist das Singen dieses Liedes während der Veranstaltung also zu unterlassen“, heißt es in den „Auflagen der Versammlungsleitung“, die veröffentlicht wurden, noch ehe der Auflagenbescheid der Polizei vorliegt.

Wie berichtet, hatte die Staatsanwaltschaft Bochum nach jener Demonstration vom 28. August in Witten Ermittlungen wegen des Verdachts des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen aufgenommen.*** Verschiedene Innenministerien werten das Lied als strafbar gemäß § 86a des Strafgesetzbuchs, weil es mit der nationalsozialistischen Ideologie eng verknüpft sei.**** (ts)

* /nrwrex/2009/11/re-500-neonazis-auf-den-spuren-der-hj

** /nrwrex/2010/08/endo-mit-hj-lied-auf-den-rathausplatz

*** /nrwrex/2010/08/presseschau-abgesang-auf-hj-hymne

**** siehe auch: http://npd-blog.info/wp-content/uploads/2008/03/dossier_ueber_ein_junges_volk_steht_auf1.pdf

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