MG: „Pro NRW“ plus „Republikaner“ plus „Vlaams Belang“ – plus NPD und Neonazis?

Mönchengladbach – Mit angeblich rund 300 Teilnehmern rechnet „pro NRW“ nach eigenen Angaben bei der morgigen Demonstration „gegen Islamisierung und Überfremdung“ im Mönchengladbacher Stadtteil Eicken. Die Polizei schätzt deutlich vorsichtiger. Die Rheinische Post zitierte in dieser Woche einen Sprecher der örtlichen Polizei: Mit bis zu 160 Anhängern der Rechtspopulisten müsse gerechnet werden, meinte er.

Unterstützungsbekundungen erhält „pro NRW“ diesmal vom Bundesvorstand der „Republikaner“. Er bittet „alle aktiven Mitglieder und Sympathisanten“ darum, an der Veranstaltung teilzunehmen. Als einer der Redner in Mönchengladbach ist der REP-Bundesvorsitzende Rolf Schlierer angekündigt.

Sprechen soll bei der Demonstration auch die belgische „Vlaams Belang“-Politikerin Hilde de Lobel. Sie war in der Vergangenheit bereits des Öfteren bei Veranstaltungen von „pro NRW“ zu Gast. Der „Vlaams Belang“ werde „mit einer Abordnung aus dem benachbarten Antwerpen“ an der Demonstration teilnehmen, erklärte „pro NRW“-Chef Markus Beisicht geografisch wenig sattelfest.

Starten soll die Demonstration nach Angaben von „pro NRW“ um 11 Uhr an der Ecke Eickener Straße/Künkelstraße. Eine Zwischenkundgebung werde „in Sichtweite zum Standort der geplanten radikalislamischen Koranschule der Salafisten“ stattfinden. Die „große Abschlusskundgebung“ soll demnach auf dem Eickener Markt durchgeführt werden.

Nicht ausgeschlossen ist, dass sich im Demonstrationszug von „pro NRW“ Teilnehmer finden lassen, mit denen die Rechtspopulisten ansonsten bei Tageslicht eher nicht gemeinsam gesehen werden wollen. In einem Internetforum „parteifreier“ Neonazis wurden bereits in der vorigen Woche Informationen darüber ausgetauscht, wo man sich am Samstagvormittag treffen könne, um anschließend an der „pro“-Demonstration teilnehmen zu können. Und in den Kommentarspalten der extrem rechten Internetplattform „DeutschlandEcho“ (ehemals „Gesamtrechts“) schrieb ein Autor: „Auch eine Menge NPDler Aktivisten und Sympathisanten werden sozusagen inkognito mit dabei sein.“ (rr)

  • Über die Versuche von „pro NRW“, über das „Stammgebiet“ rund um Köln hinaus – darunter auch in Mönchengladbach – neue Strukturen aufzubauen, gibt es aktuell einen Bericht beim „blick nach rechts“:

http://www.bnr.de/content/ae-marsch-fuer-die-freiheit-ae