MG/B: „Braunes Geheimdienst-Panoptikum“

Mönchengladbach/Berlin – Wenn es NPDler zu einer Kundgebung von „pro NRW“ zieht, ist wer dafür verantwortlich? Etwa „pro NRW“ mit – wenn auch nur teilweise – NPD-kompatiblen Forderungen? Falsch. Die Geheimdienste sind’s, folgt man einem Autor bei Manfred Rouhs’ Internetportal „nation24“.

Am Samstag in Mönchengladbach wollten, wie angekündigt*, einige NPDler an der Demonstration der Rechtspopulisten in Mönchengladbach-Eicken teilnehmen. Jene NPD-Vertreter und –Sympathisanten, die auch schon optisch rasch zu erkennen waren – sie hatten ein Banner der Partei dabei –, wurden schließlich abgedrängt.

Die „Unterwanderung grundgesetztreuer Kundgebungen durch NPD-Anhänger“ sei „im Kern eine Geheimdienst-Aktion“, befindet nun der „nation24“-Autor Joachim Wolter. Dies gelte selbst dann, so räumt er großzügig ein, wenn die „ausführenden Personen teilweise oder vollständig die Rahmenbedingungen ihrer Aktivitäten nicht kennen und selbst möglicherweise keine V-Leute sind“.

Das „braune Panoptikum“ NPD werde im Wesentlichen von Geheimdienst-Mitarbeitern geführt, meint Wolter: „Die bauen mit dieser Organisation einen rechtsextremen Popanz auf, der das etablierte Parteiengefüge stabilisieren soll.“ Als „Gesamtphänomen“ könne die NPD jedenfalls „nicht außerhalb ihres geheimdienstlichen Rahmens gesehen und bewertet werden“.

Bei einer Abrechnung mit der NPD belässt es der Autor aber nicht. Er rührt noch einmal eindringlich die Werbetrommel für die „pro Deutschland“-Kandidatur bei der Abgeordnetenhauswahl im Herbst 2011 in Berlin. Für den Erfolg dort, der den „entscheidenden bundesweiten Durchbruch“ darstellen würde, genüge „ein ähnlicher Einsatz, wie ihn die Bürgerbewegung zuletzt in Westdeutschland erbracht hat“, schreibt Wolter: „Jetzt gilt es, für den Übergangszeitraum von einem Jahr alle Kräfte anzuspannen und sie auf Berlin zu konzentrieren.“

Zuletzt standen die Rouhs’schen Expansionsplänen freilich unter keinem guten Stern. „Pro D“ muss mit knappen Finanzen auskommen, „pro D“-„Spitzenkraft“ Patrik Brinkmann hat seinen Abgang angekündigt**, und mit der Partei „Die Freiheit“ macht eine neue Konkurrenz in der Hauptstadt Rouhs & Co. das Leben schwer. An die „hohen Erfolgschancen“, von denen Wolter spricht, dürfte auch so mancher „pro NRW“-Funktionär nicht mehr glauben – trotz der dort besonders ausgeprägten Fähigkeit zur Autosuggestion. (ts)

* /nrwrex/2010/10/mg-pro-nrw-plus-republikaner-plus-vlaams-belang-plus-npd-und-neonazis

** http://www.blog.schattenbericht.de/2010/10/brinkmann-plant-austritt-aus-%e2%80%9epro-deutschland%e2%80%9c/