SI/K: NPD-Flug will sich mit Landesparteitag nicht abfinden – „Jeder Tag mit Cremer ist ein verlorener Tag“

Siegen/ Köln – Neuer Ärger für den NPD-Landesvorsitzenden Claus Cremer: Der Siegener Kreisvorsitzende Stephan Flug hat nach eigenen Angaben den Landesparteitag vom 19. September, bei dem der offen neonationalsozialistische Flügel eine Abfuhr erlitt, angefochten.

Der Parteitag sei „nicht ganz so satzungskonform vonstatten gegangen“, sagte Flug bei einer Saalveranstaltung von Neonazis am 8. Oktober in Köln. Ein einminütiger Ausschnitt aus seiner Rede bei der „Jahresabschlussveranstaltung“ der „Freien Kräfte Kölns“ ist seit Dienstag auf einschlägigen Neonazi-Homepages zu besichtigen.

Es werde einen neuen Landesparteitag und einen neuen Landesvorstand geben „und meines Erwünschens und Hoffens nach auch einen neuen Landesvorsitzenden“, rief Flug bei der Veranstaltung aus. Worauf er seinen Optimismus gründet, dass es so kommen wird, ist aus dem kurzen Video-Ausschnitt nicht ersichtlich. Flug fuhr unter dem Jubel der im Saal sitzenden Neonazis fort, er sei „der festen Überzeugung: Jeder Tag mit Claus Cremer ist ein verlorener Tag für unsere gemeinsame nationale Bewegung“.

Eine Absage erteilte der Siegener NPD-Vorsitzende jenem Flügel der Partei, der auf die parlamentarische Arbeit und als Voraussetzung dafür auf eine gemäßigter erscheinende Außendarstellung der NPD setzt. Flug: „Wer hier schon denkt, weil eine Partei in zwei Landtagen sitzt, hallo, hier ist der Zug, da spring ich auf, der kann nicht rechnen, der kann nicht denken. Wir werden hier parlamentarisch in diesem Land nichts mehr lösen.“ (ts)

  • Zu der Kölner Veranstaltung siehe auch:

/nrwrex/2010/10/sik-npd-flug-macht-sch-pferische-pause

und

http://www.ksta.de/html/artikel/1285337976925.shtml

Meta