DO: Neonazi-Kundgebung am Hauptbahnhof geplant

Dortmund – Nachdem die Polizei am vorigen Mittwoch wegen des Verdachts der Volksverhetzung mit Hausdurchsuchungen gegen den „Resistore“-Versand vorgegangen war, kündigen Dortmunder Neonazis nun eine Kundgebung an.

Wie berichtet*, hatte die Polizei die Geschäftsräume des neonazistischen Versands sowie zwei Wohnungen durchsucht. Die Aktion richtete sich gegen Dennis Giemsch, den Betreiber des Versandhandels, der als führender Kopf der „Autonomen Nationalisten“ in der Ruhrgebietsstadt gilt. Über den „Resistore“-Versand sollen indizierte CDs mit volksverhetzendem Inhalt vertrieben worden sein. Die Beamten hätten zahlreiche Beweismittel – Rechner und Datenträger – sichergestellt, die nun ausgewertet würden, erklärte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

In der Neonazi-Szene waren nach den Durchsuchungen Befürchtungen laut geworden, dass der Polizei mit der Aktion auch Kundendaten des Versands in die Hände gefallen seien. Befördert wurde diese Sorge noch durch den Hinweis des Versandhandels, dass man einen beschlagnahmten, verschlüsselten Computer nicht mehr rechtzeitig habe ausschalten können.

In der Dortmunder Neonaziszene gibt man sich erwartungsgemäß unschuldig: Mit einem „rechtswidrig ausgestellten Durchsuchungsbefehl“ seien „wahllos“ Räume gestürmt worden. Gleich am nächsten Tag wurde eine Flugblattaktion gestartet, der nun eine Kundgebung folgen soll. Geplant ist sie der Ankündigung der Dortmunder Neonazis zufolge für den kommenden Samstag, 4. Dezember, unterhalb der Katharinen-Treppen, gegenüber dem Hauptbahnhof. (ts)

* /nrwrex/2010/11/do-hausdurchsuchungen-bei-neonazis

und

http://www.bnr.de/content/erfolgreiche-razzia

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