NRW: Braunes Heldengedenken (ergänzt)

Düsseldorf – In verschiedenen Städten Nordrhein-Westfalens haben Neonazis am Wochenende Veranstaltungen zum „Heldengedenktag“ abgehalten.

„40 Freiheitskämpfer“, so berichteten örtliche Neonazis, zogen am Samstag in Münster mit Fackeln und Fahnen zum Ort des Geschehens. Mit dabei: „Kameraden“ aus Hamm, Ahlen und aus Münster selbst. An einem „Ehrenmal der gefallenen Helden“ lauschten sie Rednern aus den drei Städten, ehe das „würdevolle Gedenken“ mit einem, wie es im Veranstaltungsbericht heißt, „Totenappel“ abgeschlossen wurde.

Ähnlich war der Ablauf in Ahlen, wo am Sonntag eine Kriegsgräberstätte Ziel der „nationalen Aktivisten“ war. Dort appellierte ein Redner an die „Pflicht der Deutschen, wieder zu alter Stärke zurückzufinden“.

Ebenfalls am Sonntag marschierten in Dortmund „etwa 45 nationale Sozialisten“ zu einem Ehrenmal, wie Neonazis aus der Ruhrgebietsstadt berichteten. Dabei sprach neben einem Dortmunder „Aktivisten“ wie bereits in Münster auch ein Vertreter der „Kameradschaft Hamm“. Die Hammer Neonazis ihrerseits richteten bereits am Samstag ein „Heldengedenken“ mit angeblich 20 Teilnehmern aus.

Von einer „Heldengedenkveranstaltung“ in Wattenscheid berichtet der NPD-Landesvorsitzende Claus Cremer. Neben ihm traten als Redner „im Fackelschein“ die NPD-Stadtratsmitglieder aus Dortmund und Essen, Axel Thieme und Marcel Haliti, sowie ein „Aktivist der ehemaligen ,Aktion Volkswille’“ auf. Haliti habe dabei den letzten Wehrmachtsbericht vom 9. Mai 1945 verlesen.

In Hürtgen (Kreis Düren) nahm „eine kleine Gruppe NPD-Sympathisanten“ einem Bericht der Aachener Nachrichten zufolge an einer Gedenkfeier des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VDK) teil.*

Der NPD-Kreisverband Rhein-Sieg schickte wie in den Vorjahren Vertreter zu einer Gedenkfeier des VDK auf dem Soldatenfriedhof Königswinter-Ittenbach. Stolz präsentiert der NPD-Kreisverband im Internet ein Foto, das den Kranz der Partei zwischen zwei Kränzen der Städte Königswinter und Velbert zeigt. (ts)

* http://www.an-online.de/lokales/dueren-detail-an/1461340

Siehe auch: http://klarmann.blogsport.de/2010/11/14/rechtsgegenrechts-neonazis-bei-volkstrauertag-gedenken-und-platzverweis-fuer-die-antifa/

  • Nachtrag: An Veranstaltungen zum Volkstrauertag nahmen NPDler auch in Viersen-Dülken und in Iserlohn-Wermingsen teil. Die NPD meldete, ihr Viersener Kreistagsmitglied Gunter Kretzschmann sei einer Einladung des Volksbunds zur Kranzniederlegung „anlässlich des Heldengedenktags“, wie die Partei in ihrem Bericht formuliert, in Dülken gefolgt. Mit ihm waren dem Bericht zufolge angeblich rund 20 NPD-Mitglieder aus den niederrheinischen Parteigliederungen vor Ort. Auffällig sei gewesen, dass beim Singen der Nationalhymne „offenbar lediglich die anwesenden NPD-Mitglieder textsicher waren. So endete die Gedenkfeier würdevoll mit dem Singen der ersten Strophe des Deutschlandlieds“. In Wermingsen nahm der NPD-Kreisvorsitzende und -Kreistagsabgeordnete Timo Pradel an einer Gedenkveranstaltung des „Freundeskreises Ehrenmal Wermingsen“ teil.