NRW/B: „Pro NRW“-Chef vermisst ernsthafte Konzepte für Berliner Wahl

Leverkusen/Berlin – „Pro NRW“-Chef Markus Beisicht hat abermals durchblicken lassen, dass er die Kandidatur von „pro Deutschland“ bei der Abgeordnetenhauswahl in Berlin mit deutlich weniger Euphorie und Enthusiasmus betrachtet als sein alter Weggefährte Manfred Rouhs.

Als Rouhs in der vorigen Woche den Verzicht seiner „Bürgerbewegung pro Deutschland“ auf bundesweite Ambitionen – abgesehen von Berlin – kundtat, warb er zugleich um Unterstützung für den Antritt bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus: „Für einen maximalen Erfolg bei der wichtigen Berliner Wahl sollten alle anderen freiheitlichen Kräfte bereits jetzt an einem Strang ziehen.“*

Doch aus der Sicht von Beisicht hat Rouhs’ Truppe offenbar ihre Hausaufgaben noch nicht gemacht. „Wünschenswert“ sei ein Erfolg von „pro D“ in der Hauptstadt, erklärte Beisicht in einem heute veröffentlichten Interview auf einer extrem rechten Internetseite, um sogleich hinzuzufügen: „Aber nochmal: Es müssen die Voraussetzungen stimmen.“ Erst gestern habe er mit dem „Republikaner“-Vorsitzenden Rolf Schlierer darüber beraten, „dass eine Unterstützung des Berliner Wahlkampfes an die Voraussetzung geknüpft ist, dass dort ernsthafte Konzepte erarbeitet werden“.

Daran mangelt es nach Beisichts Analyse offenbar: „Es müssen Wahlkampfkonzepte her, die mit den Erfahrungen der Vergangenheit abgeglichen werden sollten.“ Anschließend solle man sich darüber klar werde, was man mit den derzeitigen Kräften bewerkstelligen könne.

Beisicht hat offenbar die Sorge, dass ein Misserfolg in Berlin Auswirkungen auf jenes neue Bündnis aus „pro NRW“ und „Republikanern“ haben könnte, das spätestens bei der Europawahl 2014 mit einer neuen gemeinsamen Formation bundesweit antreten will. Der „pro NRW“-Chef in dem Interview: „Wir können es uns auf gar keinen Fall leisten, die entstehende neue freiheitliche Bewegung mit Misserfolgen zu belasten, die aus einer falschen Einschätzung der Situation vor Ort entstehen.“

Besser sei es dann, kleinere Ziele zu formulieren und diese dann auch zu erreichen: „Ob eine Partei rechts von der CDU in Berlin schon flächendeckend aktionsfähig ist, oder ob es nicht besser sein könnte, sich zunächst auf Bezirke zu konzentrieren, dass kann ich im Moment nicht sagen.“ (ts)