BO: NPD-Jungfunktionär mit einer Vorliebe für antisemitische Texte

Bochum – Eine Reihe antisemitischer Gedichte hat der Bochumer NPD-Nachwuchsfunktionär Andre Zimmer auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht.

„Ein Teufel geht durch unser Land, - Der Jude ist's, uns allen bekannt. - Alle Menschenmörder und Rassenschänder Ein Kinderschreck in aller Lander. - Ein Kinderschreck in aller Länder“: Solche und vergleichbare „Gedichte“ finden sich in einer antisemitischen Hetzschrift mit dem Titel „Der Giftpilz“, die 1938 im NSDAP-eigenen Stürmer-Verlag erschien. Autor war Ernst Hiemer, der von 1938 bis 1942 auch als Hauptschriftleiter der von dem Nazi-Propagandisten Julius Streicher herausgegebenen Wochenzeitung „Der Stürmer“ arbeitete.

Insgesamt sechs antisemitische „Gedichte“ aus Hiemers Feder stellte Zimmer (Jahrgang 1992), Jugendbeauftragter und Vorstandsmitglied des von Claus Cremer geführten NPD-Kreisverbands Bochum/Wattenscheid und Stützpunktleiter der „Jungen Nationaldemokraten“ in der Region, heute auf seine Facebook-Seite. Vielleicht in der Hoffnung, sich damit vor einer strafrechtlicher Verfolgung schützen zu können, schrieb Zimmer die Bezeichnungen „Juden“, „Juda“ und „jüdisch“ dabei nicht aus, sondern kürzte sie jeweils mit einem „J“ ab. Quasi als Kompensation veröffentlichte er aber zusätzlich einen Link, unter dem sich der komplette Text von Hiemers Buch finden lässt.

Auch sonst deutet Zimmers Facebook-Seite auf ein ungebrochenes Verhältnis zum Nationalsozialismus hin. Nicht nur dass er mit der Zahlenkombination „88“ grüßt – eine in Neonazikreisen gebräuchliche Abkürzung für „Heil Hitler“ –, auch eines der von ihm genannten Lieblingszitate spricht dafür: Joseph Goebbels Parole „Nun Volk steh auf, und Sturm brich los“ aus einer seiner Reden im Berliner Sportpalast. (ts)

  • Zu Zimmer siehe auch:

/nrwrex/2010/12/bo-npd-nachwuchs-m-chte-z-h-wie-leder-flink-wie-windhunde-und-hart-wie-kruppstahl-sei

/nrwrex/2010/08/bo-claus-cremer-als-npd-kreisvorsitzender-wiedergew-hlt