K: „Vorbildliche“ Hetztiraden

Köln – Stolz präsentierte die „Bürgerbewegung pro NRW“ heute eine weitere Teilnehmerin ihrer für den 7. Mai angemeldeten Demonstration in Köln: die Grazer FPÖ-Politikerin Susanne Winter, die vor drei Jahren mit antiislamischen Tiraden, die sie schließlich auch vor Gericht brachten, über ihre Heimat hinaus Schlagzeilen machte.

Den Propheten Mohammed bezeichnete Winter als „Kinderschänder“, der den Koran in „epileptischen Anfällen“ geschrieben habe. Europa sah sie von einem „muslimischen Einwanderungs-Tsunami“ bedroht; die „Feindreligion“ Islam gehöre „dorthin zurückgeworfen, wo er hergekommen ist, nämlich jenseits des Mittelmeeres“. Kindesmissbrauch sei bei muslimischen Männern „weit verbreitet“. Solche und ähnliche Tiraden verbreitete Winter 2008 im Gemeinderatswahlkampf in Graz. Wegen Verhetzung wurde die FPÖ-Politikern, die inzwischen dem Nationalrat angehört, in zwei Instanzen zu einer Geldstrafe von 24.000 Euro und einer dreimonatigen Haftstrafe auf Bewährung verurteilt.*

Bei „pro NRW“ findet man offenbar solche Äußerungen nicht beanstandenswert. Winter sei eine „mutige“ und „bekannte Islamkritikerin“, heißt es heute in einer Mitteilung von „pro NRW“. Markus Beisicht, der Vorsitzende der Rechtspopulisten, nennt sie gar eine „Ikone der Meinungsfreiheit“ und erinnert sich begeistert, dass er mit ihr „schon einen spektakulären Wahlkampfauftritt in Graz absolvieren konnte“.

Vor drei Jahren hatte Beisicht Winters Grazer Kommunalwahlkampf gar als „gerade auch für pro NRW vorbildlich und absolut nachahmenswert“ bezeichnet. (ts)

* Berichte über die Gerichtsverhandlungen gegen Winter:

http://derstandard.at/1231152544424

http://steiermark.orf.at/stories/369117/

(Winter kündigte dem ORF-Bericht zufolge nach der Verurteilung in zweiter Instanz an, den Europäischen Gerichtshof anrufen zu wollen.)

Meta