BO: Auch „pro NRW“ will nun gegen Minarettbau an der Merkez-Moschee mobil machen

Bochum – Die Stadt Bochum hat den Bau eines Minaretts an der Merkez-Moschee genehmigt. Nach der NPD will jetzt auch „pro NRW“ dagegen mobil machen.

Zwölf Meter solle das Minarett hoch werden, empört sich die selbst ernannte „Bürgerbewegung“ derart, dass sie die „zwölf Meter“ auf einem eigens erstellten Flugblatt fett schreibt und unterstreicht. Das Flugblatt – im „pro NRW“-Jargon handelt es sich um eine „Petition gegen den Minarettbau in Bochum“ – soll nun in der Ruhrgebietsstadt verteilt werden, wie der „pro NRW“-Bezirksvorsitzende Gerry Hauer am 7. Februar ankündigte. Und das soll ganz schnell geschehen, „damit die Bürger vor Ort eine Chance bekommen, sich gegen den Bau zu wehren“. „Nein zum Minarett in Bochum“ und „Islamistische Terrorgefahr bekämpfen!“, heißt es auf der Vorderseite des Faltblatts. „Pro NRW“, so meint Gelsenkirchener Stadtverordnete Hauer, sei „die einzige Partei, die sich gegen den Bau des Minaretts in der Schmidtstraße ausspricht“.

Doch damit liegt er nicht ganz richtig. Denn die Konkurrenzpartei im Lager der extremen Rechten, die NPD, war diesmal im Wettlauf darum, wer zuerst antiislamische Propaganda unters Volk bringen kann, schneller. Sie hat gegenüber „pro NRW“ den Vorteil, in der Stadt über Parteistrukturen und mit Claus Cremer über ein Ratsmitglied zu verfügen. Für „pro NRW“ hingegen gehört Bochum, sieht man von dem dort wohnenden, kommunalpolitisch aber nicht aktiven Vorstandsmitglied Andre Picker ab, zu den weißen Flecken auf der Landkarte.

„Öffentlichkeitswirksame Aktionen“ seien bereits in Planung, ließ die NPD am 4. Februar wissen. Man werde sich „an die Spitze des Protestes gegen den Minarettbau in Bochum stellen“. Doch das hatte die Neonazi-Partei bereits im September letzten Jahres zu erreichen gehofft. Seinerzeit wurden erstmals Flugblätter der Partei verteilt, in denen der Bau von Minaretten als „Landnahme auf fremdem Territorium“ bezeichnet und vor der „mittelfristig“ bevorstehenden Einführung der Scharia gewarnt worden war.

Aufgegangen ist die Hoffnung der NPD, auf Akzeptanz in der Bevölkerung zu stoßen, damals nicht. Ein Autor der WAZ kommentierte vor knapp zwei Wochen mit Blick auf die NPD-Aktionen, rechte Demagogen hätten in übelster Manier versucht, in der Nachbarschaft der Merkez-Moschee zu irritieren und Stimmung zu machen gegen den Minarettbau: „Dass diese üble Masche nicht verfing, liegt an der Bochumer Öffentlichkeit, die sich nicht narren lässt und auf Hetze konsequent reagiert.“

http://www.derwesten.de/staedte/bochum/Merkez-Moschee-darf-Minarett-in-Bochum-bauen-id4218418.html

Meta