RE: Indizierungsantrag gegen Marler Neonazi-Homepage

Marl – Eine Internetseite von Neonazis aus dem nördlichen Ruhrgebiet ist in das Blickfeld der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPJM) geraten.

Wie die Prüfstelle heute auf Anfrage bestätigte, liegt dort ein Indizierungsantrag gegen das Internetangebot des „Nationalen Widerstands Marl“ vor. Der Vorwurf: Auf der Internetseite seien jugendgefährdende Inhalte verbreitet worden.

Per Kontaktformular auf der Homepage hatte sich die stellvertretende Vorsitzende der Bundesprüfstelle, Petra Meier, am Mittwoch an die Betreiber der Internetseite gewandt und sie über das eingeleitete Indizierungsverfahren informiert. Zugleich bat sie um die Angabe einer aktuellen Postanschrift, um den Betreiber der Homepage den Indizierungsantrag zusenden und ihnen die Möglichkeit zur Stellungnahme einräumen zu können.

Erhalten wird sie eine solche Postanschrift aber nicht, wie einem aktuellen Beitrag auf der Seite zu entnehmen ist. „Selbstverständlich“ werde man nicht auf das Schreiben antworten, heißt es dort: „Wir haben nicht vor in irgendeiner Form mit einer Diktatur zu verhandeln, uns zu rechtfertigen oder in die Knie zu gehen.“

So ganz sicher scheinen sich die Marler Neonazis ihrer Sache aber nicht zu sein. Man sehe sich „gezwungen unser Netzangebot nocheinmal anwaltlich prüfen zu lassen“. Die alten Inhalte sind erst einmal verschwunden.

Zuletzt war die Seite just an dem Tag, als die E-Mail der Bundesprüfstelle eintraf, aktualisiert worden. Unter der Überschrift „Horst Wessel – unvergessen!“ erschien ein Lobgesang auf die NS-Ikone Wessel, dessen Todestag sich am Mittwoch zum 81. Mal jährte. Wessel sei „noch heute Vorbild für junge Menschen, die an Deutschland und den Sozialismus glauben“, hieß es auf der Marler Neonazi-Homepage. (ts)