DO/UN: Unfreundlichkeiten zum Abschied

Dortmund/Unna – Freunde werden Hans-Jochen Voß, der NPD-Kreisvorsitzende für Unna und Hamm, und Max Branghofer, der ehemalige DVU- und jetzige „pro NRW“-Stadtrat in Dormund, in diesem Leben wohl nicht wieder. Seit mehr als zwei Jahren, als sie sich über die Frage der Kandidatur bei der Dortmunder Stadtratswahl 2009 zerstritten, beharken die ehemaligen „Weggefährten“ einander. Nachdem sich Branghofer in dieser Woche zum Kreisvorsitzenden der selbst ernannten „Bürgerbewegung“ in Dortmund hat wählen lassen, ruft ihm Voß nun noch ein paar Unfreundlichkeiten hinterher.

„Aus dem Nähkästchen geplaudert“ hat Voß seinen Beitrag über Branghofer auf der Homepage seines Kreisverbandes betitelt. Doch schon damit verspricht er zu viel. Denn vorher Unbekanntes verrät er kaum.

Dass die NPD und Branghofers DVU einträchtig gegen eine Ausstellung über Verbrechen der Wehrmacht mobil machten, ist längst bekannt. Ebenso, dass die NPD 2004 die DVU im Dortmunder Kommunalwahlkampf kräftig unterstützte. Dass einer der führenden Leute der „Skinhead-Front Dorstfeld“ auf dem Ticket der DVU fünf Jahren der Bezirksvertretung Innenstadt-West angehörte und die „Volksunion“ ohne die Unterstützung jener Neonazi-Truppe aus dem Westen Dortmunds bei der Kommunalwahl 2009 nicht genügend Kandidaten zusammenbekommen hätten: Auch das ist nichts Neues und unter anderem an dieser Stelle thematisiert worden.*

Was ansonsten bleibt, ist einerseits ein Bekenntnis von Voß zu jener „Skinhead-Front Dorstfeld“, „über die manche meinen die Nase rümpfen zu müssen, wegen angeblicher Schlägereien und Alkoholabusus“. Die „Skinhead-Front“ habe zu Unrecht diesen Ruf, meint der NPDler, „da es meist anständige junge Männer sind, die eben schon einmal über die berühmten Stränge schlagen“. Eine kleine Stichelei kann er sich nicht verkneifen: „Ob natürlich Pro diese Kandidaten auch nützen wird bzw. ob diese jungen Leute, die Sie ja auch zum Narrensaum zählen werden, für Pro zukünftig noch antreten werden, weiß ich natürlich nicht.“

Und zweitens bleibt die Aussage des Unnaer NPD-Kreisvorsitzenden, dass die Unterstützung, die seine Partei der DVU Branghofers angedeihen ließ, unterm Strich und am Ende wohl nicht ganz umsonst war: „Diese Hilfe haben wir immer sehr gern geleistet, so wie auch Herr Branghofer im Rahmen seiner bescheideneren Möglichkeiten uns finanziell geholfen hat.“ (ts)

* /nrwrex/2009/07/do-die-dvu-und-ihre-neonazi-kandidaten

und

/nrwrex/2009/07/do-dvu-und-ihre-neonazi-connection