GE/GL: „Imaginärer pro-NRW-Wahlkampf“

Gelsenkirchen/Leichlingen – In Gelsenkirchen lud die örtliche „pro NRW“-Ratsfraktion heute zum Jahresempfang. In Leichlingen löckte derweil ein Kommunalpolitiker der angeblichen „Bürgerbewegung“ etwas wider den Stachel.

In der Ruhrgebietsstadt kamen am Sonntag „pro NRW“-Funktionäre und Gäste zum Empfang der örtlichen Stadtratsfraktion in den Rittersaal von Schloss Horst. Als Redner wurde neben „pro NRW“-Chef Markus Beisicht und dem Gelsenkirchener Fraktions-, Kreis- und Bezirksvorsitzenden Kevin Gareth Hauer dem Vernehmen nach unter anderem auch der Ex-NPDler und jetzige „pro NRW“-Öffentlichkeitsarbeiter Andreas Molau erwartet.*

In Leichlingen stellte der Stadtrat und Kreistagsabgeordnete Ronald Micklich auf seiner Internetseite einige Fragen, die ihn offenbar im Vorfeld des am kommenden Samstag in Leverkusen stattfindenden Parteitags umtreiben. So möchte der ehemalige stellvertretende Vorsitzende von „pro NRW“ unter anderem wissen, wie ein eventueller Landtagswahlkampf finanziert werden solle. Den Optimismus seines Parteivorsitzenden Beisicht in dieser Frage scheint er nicht zu teilen. Micklich spricht jedenfalls von der „Finanzierung eines imaginären Wahlkampfes“, zu der die „pro NRW“-Basis Fragen habe.

Zweifel scheint er auch an den parteioffiziellen Angaben über die Zahl der Mitglieder zu haben: „Wieviele Mitglieder haben wir wirklich, wo bleibt die Transparenz?“ Parteichef Beisicht hatte zum Jahreswechsel erklärt, „pro Köln“ und „pro NRW“ könnten sich in Nordrhein-Westfalen „inzwischen auf deutlich über 2000 Mitglieder stützen“. „Pro Köln“ beziffert die Zahl der Mitglieder selbst für das Jahr 2010 auf „über 500 Mitglieder“. Folglich würde „pro NRW“ mehr als 1500 Mitglieder zählen.

Diese Angabe darf freilich bezweifelt werden. In einer Antwort auf eine Anfrage der Grünen im Landtag notierte zum Beispiel die Landesregierung unlängst: „Bei ,pro NRW’ einschließlich ,pro Köln’ beträgt die Zahl der Aktivisten ca. 350 Personen. Die exakte Zahl der Mitglieder ist nicht bekannt. ,Pro NRW’ selbst spricht von über 1.500 Mitgliedern. Diese Zahl erscheint jedoch deutlich überhöht.“ (ts)

* /nrwrex/2011/03/nrw-molau-hauck-der-pro-nrw-fan-blog-und-die-rechtsdemokratische-resozialisierung-ein