GE: Kein „Koscherstempel“ für „pro NRW“

Gelsenkirchen – Zu einer „deutsch-israelischen Konferenz“ lädt die „Pro-Bewegung“ am heutigen Montag ins Schloss Horst nach Gelsenkirchen ein. Vorgesehen ist auch eine Pressekonferenz. Doch allzu viel Öffentlichkeit ist nicht die Sache der selbst ernannten „Bürgerbewegung“.

Autoren, die auch für „NRW rechtsaußen“ schreiben, erhielten parteioffiziell eine Ausladung. Man lehne „aus grundsätzlichen Erwägungen eine Zusammenarbeit mit dermaßen einseitigen Journalisten ab“, ließ Gereon Breuer, der als „Jugendbeauftragter der Pro-Bewegung“ fungiert, per Mail wissen. Die Absage gelte für „Interviewanfragen“ ebenso wie für Pressekonferenzen. Breuer weiter: „Eine Akkreditierung erfolgt deshalb nicht.“

In welcher Parteifunktion Breuer diese E-Mail verfasst hat, teilte er nicht mit. Auch der Hinweis, dass die Teilnahme an einer Pressekonferenz keinesfalls mit einer „Zusammenarbeit“ gleichzusetzen sei, um die „NRW rechtsaußen“ im Übrigen auch nicht gebeten hatte, konnte ihn nicht erweichen.

Da „NRW rechtsaußen“ daher nicht direkt über die Veranstaltung berichten kann, zu der die sich „seriös“ und „rechtsdemokratisch“ nennenden „Pro-Bewegung“ auf israelischer Seite unter anderem Vertreter der Siedlerbewegung aus dem Westjordanland eingeladen hat, müssen wir uns mit drei Verlinkungen behelfen, die ein wenig Licht auf die Partner der Rechtspopulisten sowie die Absichten der bundesdeutschen Rechtspopulisten werfen. (rr)

  • Die FAZ beschäftigte sich im August 2007 unter der Überschrift „Israel: Flüche auf die Armee“ mit einem der nun angekündigten Gäste von „pro“, dem Literaturprofessor Hillel Weiss. Als israelische Soldaten von Siedlern illegal besetzte Gebäude in Hebron räumten, habe er dem verantwortlichen Brigadekommandeur entgegenschleudert: „Ich hoffe, dass deine Mutter über dich trauern wird, dass deine Frau eine Witwe wird und deine Kinder Waisen.“ Hasserfüllt nennt die FAZ solche Äußerungen: http://www.faz.net/s/RubB30ABD11B91F41C0BF2722C308D40318/Doc~E0FB8BBA5FF3F4A329BC325F6F67597BC~ATpl~Ecommon~Scontent.html
  • Die in Berlin erscheinende Jüdische Allgemeine behandelte unter dem Titel „Wenn Rechte pilgern“ die Versuche des „Internationalen Sekretärs der Pro-Bewegung“, Patrik Brinkmann, einerseits die deutsche Rechte auf einen Kampf gegen den Islam einzuschwören, andererseits sie durch gute Kontakte zur israelischen Rechten gegen Kritik jüdischer Gemeinden in Europa zu immunisieren: http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/9848
  • Tobias Kaufmann schließlich meinte im Kölner Stadt-Anzeiger vom Samstag, „pro NRW“ sei auf der Suche nach „Musterjuden“, um zu beweisen, dass man weit von Rechtsradikalen alter Prägung entfernt sei. Einen „Koscherstempel“ gebe es trotzdem nicht. Kaufmann spricht im Zusammenhang mit der „Konferenz“ und ihrem Begleitprogramm von einem „Treffen extremistischer Spinner“: http://www.ksta.de/html/artikel/1300555265032.shtml